Wer unter Schulterschmerzen leidet, ist oftmals in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt. Überwiegend treten die Schmerzen in den Weichteilen auf, also in den Gelenkkapseln, Schleimbeuteln, Sehnen und Muskeln im Schultergelenkbereich.

SchulterschmerzenUrsachen

Für Schulterschmerzen kommen viele Ursachen in Frage:

  • Schleimbeutelentzündung
  • Verspannungen
  • Sehnenentzündung
  • Schulterluxation (verrengtes Schultergelenk)
  • Arthrose
  • Verletzungen
  • Brüche
  • Entzündung des Schultergelenks
  • Schultersteife
  • Rotatorenmanschettenruptur
  • Engpasssyndrom (Impingementsyndrom)

Ebenso können Schulterschmerzen ein Symptom bei anderen Erkrankungen sein, beispielweise bei Nervenerkrankungen, Gefäßkrankheiten, Rheuma, Gallenkolik, Herzinfarkt oder Lungenkrebs.

Zu den möglichen Ursachen von Schmerzen in der Schulter gehören auch psychische Krankheiten oder Probleme.

Diagnose

Für die Diagnose wird zuerst die Krankengeschichte erfragt. Der Arzt möchte unter anderem wissen, ob ein Sturz oder eine andere Verletzung der Schulter vorliegt und wie lange die Schmerzen in der Schulter bereits bestehen. Der Patient soll Angaben zum Beginn der Schmerzen machen und wie sich die Schulterschmerzen anfühlen; ob die Schmerzen anhalten oder bei Bewegungen auftreten und ob es Bewegungseinschränken durch die Schulterschmerzen gibt.

Nach der Anamnese wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dabei schaut der Arzt sich den Schulterstand, die Schulterform sowie Stand und Form von Schlüsselbein und Schulterblatt, Armhaltung und Muskulatur an. Anschließend wendet er verschiedene Funktionstests an, beispielsweise Jobe-Test, Nackengriff, Schürzengriff, Hawkins-Test oder Drop-arm-Zeichen.

Auch werden die Triggerpunkte, Gelenke und Ansätze der Sehnen abgetastet sowie die Gelenkbeweglichkeit kontrolliert.

Eventuell folgen weitere Untersuchungen wie:

  • Elektroneurografie
  • Neurologische Untersuchungen
  • Elektromyogramm
  • Magnetresonanztomografie
  • Röntgenuntersuchung
  • Computertomografie
  • Sonografie

Kann die Ursache durch diese Untersuchungen nicht festgestellt werden, wird eine Arthroskopie durchgeführt.

Behandlung

Bei Schulterschmerzen sollte zunächst vom Arzt abgeklärt werden, woher die Schmerzen in der Schulter rühren. Die Behandlung richtet sich dann nach der Ursache. Oftmals liegt die Ursache in mangelnder Bewegung, sodass die Muskeln zu schwach geworden sind. Betroffene haben somit häufig verschiedene Möglichkeiten, um die Schmerzen in der Schulter zu lindern. Zu den Therapieoptionen für mechanische Beschwerden gehören im frühen Stadium nichtsteroidale Antirheumatika, Physiotherapie und Übungen zur Stärkung der Muskeln. Weiterhin kann der Arzt entzündungshemmende Arzneimittel verschreiben, sowie Neurostimulation durchführen.

Liegt die Ursache für die Schulterschmerzen in Verspannungen, werden in der Regel als erste Maßnahme die Schmerzen mittels Schmerzmittel gelindert. Mit manueller Therapie, Chirotherapie oder Krankengymnastik sollen die Verspannungen gelockert werden, sodass die Schulter wieder beweglicher und schmerzfrei wird. Außerdem helfen Wärmeanwendungen die Schmerzen in der Schulter zu mildern (warme Bäder, Wärmepackungen, warme Umschläge oder Wärmepflaster).

Manchmal lassen sich Schulterschmerzen durch konservative Methoden nicht beheben. Dies kann unter anderem der Fall sein, wenn die Ursache für die Schulterschmerzen das Inpingementsyndrom ist. Dann stehen verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Auswahl, mit denen die Schmerzen in der Schulter behoben werden können. Bei schweren Verschleißerscheinungen kommen Gelenkprothesen in Frage.

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Verlauf

Der Verlauf hängt von der Ursache der Schulterschmerzen ab. Außerdem richtet sich der Erfolg der Therapie danach, ob und wie gut der Patient mitwirkt. Wird das Schultergelenk ständig übermäßig belastet, kann sich ein chronischer Verlauf entwickeln. Ebenso können die Schmerzen chronisch werden, wenn Verspannungen anhalten.

Generell sind die Aussichten auf Heilung besser, wenn die Schulterschmerzen rechtzeitig behandelt werden.

Vorbeugung

Schulterschmerzen können mit Krafttraining vorgebeugt werden. Am besten lässt man sich von einem ausgebildeten Trainer Übungen zeigen, die auch zuhause durchgeführt werden können. So lässt sich das Muskeltraining in den Alltag integrieren.

Mangelnde Bewegung und eine ungesunde Körperhaltung lassen im Laufe der Zeit die inaktiven Muskeln verkümmern. Außerdem sind dies Gründe für eine Fehlstellung der Gelenke. Die Schultern sind dann bereits bei leichter Bewegung und Belastung gereizt, da es zur Strukturschädigung kommt.

Vorbeugend sollte demnach auf eine gesunde Körperhaltung sowie auf regelmäßige und ausreichende Bewegung geachtet werden.

Oft stecken Muskelverspannungen hinter den Schulterschmerzen und davon sind häufig Personen mit sitzender Tätigkeit betroffen. In dem Fall sollten immer wieder kurze Pausen gemacht werden, in denen man mit Lockerungsübungen die Muskeln im Nacken- und Schulterbereich entspannt.

Eine einfache Übung, die überall durchgeführt werden kann, ist folgende: Man zieht die Schulterblätter nach hinten und unten. In dieser Position hält man die Schulterblätter rund zehn Sekunden lang. Die Übung wird zehn Mal wiederholt.

Andere Übungen lassen sich vom Physiotherapeuten erlernen. Wichtig ist immer, dass die Übungen regelmäßig durchgeführt werden und vor allem in den Alltag integriert werden können.

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