Kieferschmerzen sind oftmals schwer zuzuordnen, denn es kommen verschiedene Ursachen in Frage. Kieferschmerzen können für Betroffene eine große Belastung sein, denn sprechen, essen und trinken fallen mitunter sehr schwer. Da die Ursache für die Schmerzen oft nicht so schnell gefunden werden kann, leidet das Allgemeinbefinden des Betroffenen, denn die Kieferschmerzen können dauerhaft spürbar sein.

Betroffene versuchen sich zunächst mit Schmerzmitteln selbst zu helfen. Allerdings lässt im Laufe der Zeit die Wirkung nach, sodass Patienten dazu neigen, immer mehr Schmerzmittel einzunehmen. Langfristig kann dies jedoch zu weiteren gesundheitlichen Schäden führen. Deshalb sollten Kieferschmerzen so früh wie möglich ärztlich abgeklärt werden.

Mögliche Ursachen

Es gibt viele Ursachen für Kieferschmerzen, die manchmal auch außerhalb des Kiefers zu finden sind:

  • Kieferschmerzen können nach einer Zahnentfernung oder Weisheitszahnoperation auftreten. Zum einem kann der Kiefer schmerzen, da Schleimhäute und Knochen verheilen müssen und zum anderen kann es zu Gelenkbeschwerden kommen, da der Mund während des Eingriffs lange aufgehalten werden musste. Sollte sich jedoch der Allgemeinzustand verschlechtern, Fieber hinzukommen oder extreme Kieferschmerzen auftreten, kann dies Zeichen für eine Wundinfektion sein. In dem Fall sollte sofort der Chirurg oder Zahnarzt aufgesucht werden.
  • Schmerzt der Kiefer unmittelbar an einem Zahn, steckt meistens die Wurzelspitze dahinter. Diese kann nach einer Wurzelbehandlung schmerzen, aber auch bei einer Pulpanekrose.
  • Eine andere Ursache für Kieferschmerzen kann Paradontitis sein.
  • Manchmal scheint es so, als würden die Kieferschmerzen von einem Zahn verursacht werden, doch der Grund kann in der Kaumuskulatur liegen. Die Diagnostik ist bei solchen Fällen nicht einfach.
  • Sind die Kieferschmerzen beim Kauen spürbar, gibt es unterschiedliche Gründe. Diese Schmerzen können vom Kiefergelenk oder von den Muskeln herrühren und ebenso ein Aufbissschmerz am Zahn sein.
  • Nach einer Injektion beim Zahnarzt kann es zu Kieferschmerzen kommen, wenn mit der Nadel ein Blutgefäß verletzt wurde.
  • Eine verspannte Kiefermuskulatur kann ebenfalls Schmerzen verursachen. Dann sind die Schmerzen zudem in den Schläfen und Wangen zu spüren.
  • Manche Menschen knirschen oder mahlen mit den Zähnen oder pressen sie aufeinander. Dies wird als Bruxismus bezeichnet und bleibt von den Betroffenen in der Regel unbemerkt. Lediglich die Kieferschmerzen sind spürbar und wird nichts gegen den Bruxismus unternommen, entstehen Schäden an den Zähnen.
  • Kieferfehlstellungen sind eine weitere mögliche Ursache für Schmerzen im Kiefer.
  • Kieferschmerzen können auf eine Zyste im Kiefer hinweisen und ebenfalls durch Arthrose im Kiefergelenk entstehen.
Wichtig

Manchmal liegt die Ursache für Kieferschmerzen nicht im Mundraum. Sie können ein Anzeichen für Krankheiten im Ohr oder der Nasennebenhöhle sein. Selten steckt eine Herzerkrankung hinter den Kieferschmerzen.

Diagnose

Bei Kieferschmerzen ist der erste Ansprechpartner der Zahnarzt. Er  untersucht zunächst auf mögliche Zahnschäden und Fehlstellungen. Auch werden Füllungen, Brücken und Kronen genau angeschaut, denn sind diese falsch angepasst, kann dies ebenfalls zu Kieferschmerzen führen. In der Regel folgt eine Röntgenaufnahme. Hierbei lässt sich die Knochenstruktur erkennen und zudem wird ersichtlich, ob eine Entzündung besteht.

Es ist möglich, dass der Zahnarzt den Betroffenen an einen Kieferorthopäden oder HNO-Arzt überweist. Dort erfolgen weitere Untersuchungen, um die Ursache für die Kieferschmerzen zu finden.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Antibiotika
  • Wärme
  • Massagen
  • Entspannungsmethoden (falls die Kieferverschmerzen durch Stress verursacht wurden)

Bei Zähneknirschen oder –mahlen kann eine Beißschiene verordnet werden, damit die Zähne nicht beschädigt werden. Manchmal werden kieferorthopädische Eingriffe notwendig. Liegt die Ursache in einer Erkrankung, steht die Therapie dieser Krankheit im Vordergrund.

Selbstmaßnahmen bei Kieferschmerzen durch Verspannung

Oft sind Kieferschmerzen eine Folge von Stress und/oder einer Körperfehlhaltung beispielsweise durch eine sitzende Tätigkeit am Computer. Meist kommt noch mangelnde Bewegung hinzu. Stress und ungelöste Probleme versuchen manche Menschen unbewusst im Schlaf zu kompensieren: Sie knirschen mit den Zähnen oder pressen nachts die Zähne aufeinander. Als Symptombehandlung hilft beim nächtlichen Zähneknirschen oder Zähnepressen eine Schiene. Weiterhin können folgende Selbstmaßnahmen die Kieferschmerzen lindern, die durch Verspannung entstanden:

  • Wärme tut oftmals gut (wenn keine Entzündung besteht!). Mit Rotlicht oder einem Vollbad kann für Linderung der Kieferschmerzen gesorgt werden.
  • Bei Kieferschmerzen sollte der Kiefermuskulatur eine Pause gegönnt werden. Harte Nahrung beansprucht die Kiefermuskeln. Deshalb sollte vorrübergehend weiche Kost zu sich genommen werden.
  • Sport hilft beim Stressabbau und ist ein guter Ausgleich für eine sitzende Tätigkeit. Regelmäßige Bewegung entspannt die Muskulatur und somit auch die Kiefermuskeln.
  • Verschiedene Entspannungsmethoden helfen ebenso, den Umgang mit Stress zu verbessern.
  • Im Alltag sollte bewusst darauf geachtet werden, wann die Kiefermuskeln angespannt werden. Sobald man wahrnimmt, dass man die Kiefermuskeln anspannt, hält man einen Moment inne und lockert den Kiefer. Dazu kann unter anderem die Zunge unter die Schneidezähne gelegt werden – der Kiefer entspannt dann automatisch.

All dies sind Maßnahmen zur Linderung von Kieferschmerzen, die durch Stress und Anspannung herrühren. Wichtig ist es, die Wurzel des Problems anzupacken. So kann ein ergonomischer Arbeitsplatz ein Element der Ursachenbehandlung sein. Manchmal ist es hilfreich, sich professionelle Hilfe zu holen, um dem Grund für nächtliches Knirschen oder Pressen auf die Schliche zu kommen und letztlich zu bearbeiten.

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