Narbenschmerzen können meistens gut behandelt werden und lassen sich ebenso vorbeugen. Oft ist das Bindegewebe im Narbenbereich verhärtet. Manchmal stecken aber auch Entzündungen oder ein Narbenbruch hinter den Schmerzen an der Narbe.

Ursachen

Grundsätzlich ist es normal, dass frische Narben in den ersten Tagen oder Wochen schmerzen. Dies ist besonders bei Narben durch eine Operation der Fall. In der Regel lassen die Schmerzen jedoch im Laufe der Zeit nach. Bei manchen Menschen halten die Narbenschmerzen an oder an einer bisher unproblematischen Narbe kommt es zu Beschwerden.

Bis heute konnte noch nicht genau erklärt werden, warum manche Menschen unter Narbenschmerzen leiden und andere überhaupt keine Probleme mit ihren Narben haben. Ebenso haben einige Menschen Narben, die Schmerzen bereiten und gleichzeitig Narben, die unproblematisch sind.

Die Schulmedizin des Westens geht davon aus, dass die Hauptursache von Narbenschmerzen im Bindegewebe liegt, das im Narbenbereich verhärtet ist. In der chinesischen Medizin wird angenommen, dass schmerzende Narben mit den Meridianen zusammenhängen, auf denen sich die Narbe befindet.

Bei manchen Betroffenen treten die Narbenschmerzen auch kurz vor einem Wetterwechsel auf. Dabei können Juckreiz, Kribbeln, stechende Schmerzen, ziehende Schmerzen oder eine Art Taubheitsgefühl auftreten. Auch hier ist die Ursache nicht geklärt.

Die Ursache kann auch in einer allergischen Reaktion begründet sein, wenn die Narbe mit Schminke kaschiert wird. Sollte der Betroffene auf Inhaltsstoffe der Schminke reagieren, kommt es im Narbenbereich zu Hautrötungen oder die Narbe fängt an zu jucken.

Klare Ursachen sind dann gegeben, wenn ein Narbenbruch vorliegt oder die Narbe entzündet ist.

Anzeichen einer Narbenentzündung

Bei einer Narbenentzündung zeigen sich Hautrötungen, Schwellungen und die Narbe juckt und schmerzt. Ebenso kann der Narbenbereich auf Hitze empfindlich reagieren und es kann sich Eiter bilden.

Anzeichen eines Narbenbruchs

Nicht jeder Narbenbruch verursacht Beschwerden. Zu Beginn spürt man oftmals nur einen ziehenden Schmerz. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Vorwölbung und Schwellung im Narbenbereich kommen. Im Laufe der Zeit kann sich die Schwellung vergrößern, was besonders beim Stehen und Aufstehen der Fall ist. Aber auch im Liegen kann die größer gewordene Schwellung sichtbar sein.

Schmerzen entstehen dann vor allem bei körperlicher Anstrengung sowie beim Stuhldrang und vom Husten.

Die Vorwölbung lässt sich normalerweise gut zurückdrücken. Wenn das nicht mehr möglich ist, kann der Darm eingeklemmt sein, was einen Darmverschluss zur Folge haben kann, der lebensbedrohlich ist. In dem Fall sind plötzlich auftretende und starke Schmerzen spürbar.

Diagnose

Sollte es regelmäßig zu Narbenschmerzen kommen oder werden die Schmerzen an der Narbe stärker oder häufiger, sollte die Narbe vom Arzt untersucht werden.

Für die Diagnose wird zunächst eine Anamnese durchgeführt. Der Arzt möchte wissen, wann die Narbenschmerzen auftreten, ob der Schmerz ausstrahlt und wie sich der Schmerz anfühlt.

Anschließend schaut der Arzt sich die Narbe an und tastet sie ab. Dadurch lässt sich feststellen, ob Verletzung in der Umgebung der Narbe vorliegen, ob das Bindegewebe verhärtet ist oder ob ein Narbenbruch die Schmerzen verursachen könnte.

Bei Verdacht auf einen Narbenbruch wird eine  Computertomografie oder Sonografie durchgeführt.

Behandlung

  • Sind die Narbenschmerzen die Folge eines Narbenbruchs, muss dieser operiert werden.
  • Auch bei einer Verletzung der Narbe kann ein operativer Eingriff erfolgen – dies kommt auf die Schädigung der Narbe an.
  • Liegt die Ursache in einer Narbenentzündung, wird Antibiotika verschrieben.
  • Bei starken und bereits länger anhaltenden Narbenschmerzen kann ein Lokalanästhetikum gespritzt werden.

Bei Narbenschmerzen, die beispielsweise bei Wetterwechsel auftreten oder für die keine Ursache gefunden werden konnte, kann ein Narbengel helfen. Oft können diese Schmerzen auch mit Kühlung gelindert werden. Anderen Betroffenen hilft eher Wärme, sodass es zur Entspannung des Gewebes kommt.

Weitere Behandlungs- und Selbstbehandlungsmöglichkeiten

Narbenschmerzen sollten natürlich nur dann selbstbehandelt werden, wenn zuvor Ursachen wie Narbenbruch, Narbenentzündung u.ä. durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen werden können.

Sensomotorische Körpertherapie

Verklebte oder verfestigte Narben lassen sich mittels bestimmter Grifftechniken behandeln. Dadurch wird das Bindegewebe weicher. Diese Griffe sollte man sich in einer Praxis für Sensomotorische Körpertherapie zeigen lassen.

Akupunktur-Massage

Bei der Akupunktur-Massage geht es um die Aktivierung von Meridianen und Akupunkturpunkten. Diese Methode orientiert sich an der chinesischen Medizin, die davon ausgeht, dass die Meridiane mit Narbenschmerzen im Zusammenhang stehen.

Narbengel

Wie oben bereits beschrieben können Narbengels helfen. Eine Besserung tritt aber nur dann auf, wenn das Gel täglich verwendet wird. Das Gel wird dabei vorsichtig einmassiert. Das Narbengel sollte mindestens drei Monate lang täglich angewendet werden.

Aloe Vera

Aloe Vera wirkt entzündungshemmend und spendet Feuchtigkeit. Eine regelmäßige Pflege der Narbe mit Aloe Vera wird häufig von Heilpraktikern empfohlen.

Öle

Öle wie Weizenkeimöl, Ringelblumenöl oder Johanniskrautöl können ebenfalls zur täglichen Narbenpflege verwendet werden.

Bachblüten

Zur Narbenpflege und zur Linderung von Narbenschmerzen kann die Rescue-Salbe aufgetragen werden.

Homöopathie

Gegen Narbenschmerzen wirkt Hypericum oder Graphites – beides in der Potenz C30.

Vorbeugung

Narbenschmerzen können oftmals verhindert werden, wenn die Narbe frühzeitig gepflegt wird. Bei einer frischen Narbe muss auf eine gute Hygiene geachtet werden, damit die Narbe sich nicht entzündet.

Frische Narben können sich entzünden, wenn Kleidung  reibend oder drückend auf die Narbe einwirkt. Auch sollte die frische Narbe keiner UV-Strahlung ausgesetzt sein – weder durch ein Sonnenbad noch durch das Solarium.

Folgende Mittel sowie oben genannte Öle und die Bachblüten-Rescuesalbe sind zur Vorbeugung von Beschwerden der Narbe geeignet:

Homöopathie

Zur Unterstützung der Wundheilung eignet sich Staphisagria in der Potenz C30.

Schüssler Salze

Die Schüssler Salze Nr.3 (Ferrum Phosphoricum), Nr. 4 (Kalium Chloratum) und Nr. 11 (Silicea) wirken unterstützend bei der Narbenheilung.

Mit Schüssler Salz Nr. 1 (Calcium Flouratum) können Narbenverhärtungen vorgebeugt werden.

Für die Narbenpflege werden die Schüssler Salze Nr. 1 und Nr. 4 empfohlen.

Äußerlich können Schüssler Salben verwendet werden. Für die tägliche Anwendung eignen sich Nr. 1 und Nr. 11 als Schüssler Salben.

Schwedenbitter und Veilchensalbe

Für die Narbenpflege wird von Naturheilkundlern Veilchensalbe oder Schwedenbitter empfohlen.

Weiterführende Quellen

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