Nackenschmerzen strahlen oftmals bis in Arme oder Schultern aus. Häufig leiden die Betroffenen unter einem steifen Hals und wird der Kopf bewegt, geschieht dies unter starken Schmerzen. Manchmal werden Nackenschmerzen von weiteren Beschwerden begleitet, wie beispielsweise Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindelgefühle, Ohrgeräusche, Müdigkeit, Fieber, Übelkeit und Erbrechen.

NackenschmerzenIn den meisten Fällen sind Nackenschmerzen eher harmlos und werden durch eine Verkrampfung oder Verspannung der Halsmuskeln verursacht. Solche Verspannungen oder Verkrampfungen entstehen in der Regel durch eine Fehlhaltung beim Sitzen oder Liegen oder durch Stress.

In der Medizin werden Nackenschmerzen je nach Dauer in Gruppen unterteilt:

  • Halten die Nackenschmerzen bis zu drei Wochen an, wird von akuten Schmerzen gesprochen.
  • Von subakuten Nackenschmerzen ist die Rede, wenn die Schmerzen zwischen vier Wochen und zwölf Wochen andauern.
  • Halten die Schmerzen länger als zwölf Wochen an, spricht man von chronischen Nackenschmerzen.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für Nackenschmerzen, wobei unterschieden wird, ob die Schmerzen akut auftreten oder einen chronischen Verlauf angenommen haben. Eine der häufigsten Ursache ist die Verspannung der Muskeln im Halsbereich. Zu solchen Verspannungen kann es durch eine falsche Haltung beim Liegen oder Sitzen kommen. Ebenso führt Stress oftmals zu Verkrampfungen oder Verspannungen der Muskeln. Unfälle, beispielsweise Stürze oder Autounfälle, können Beschwerden im Nacken nach sich ziehen. Die Nackenschmerzen sind dann ein Symptom vom Wirbelbruch oder Schleudertrauma. Manchmal rühren die Schmerzen im Nacken von Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule  her.

Weiterhin kommen folgende Ursachen für Nackenschmerzen in Frage:

  • Überlastete Nackenmuskeln
  • Entzündete Wirbelkörper
  • Osteoporose
  • Meningitis
  • Rheumatische Krankheiten
  • Skoliose
  • Infektionen
  • Erkrankungen der Gefäße
  • Neurologische Krankheiten
  • Tumore

Mögliche Begleitsymptome

Neben den oben genannten Begleitsymptomen wie Schwindel, Sehstörungen, Müdigkeit oder Übelkeit, können auch Missempfindungen wie Taubheitsgefühle, Brennen oder Kribbeln auftreten. Dies kann dann der Fall sein, wenn die Nackenschmerzen durch Abnutzungserscheinungen der Wirbelkörper verursacht werden. Dadurch kann es zur Nervenschädigung oder Nervenreizung kommen, die solche Missempfindungen nach sich ziehen.

Diagnose

Meistens steckt zwar eine Nackenverspannung hinter den Nackenschmerzen und die Beschwerden verschwinden in der Regel wieder von selbst. Doch bei länger anhaltenden Nackenschmerzen, wenn Missempfindungen hinzukommen oder wenn die Nackenschmerzen nach einem Unfall auftreten, sollte ein Arztbesuch nicht mehr aufgeschoben werden.

Zuerst wird der Arzt Fragen stellen, um sich ein erstes Bild von den Nackenschmerzen machen zu können. Er möchte unter anderem wissen, seit wann die Schmerzen bestehen, ob es zur Verschlimmerung der Nackenschmerzen kam und ob Begleitsymptome aufgetreten sind. Zudem fragt der Arzt nach Vorerkrankungen, die im Zusammenhang mit Nackenschmerzen stehen könnten.

Bei der folgenden körperlichen Untersuchung kontrolliert der Arzt die Halswirbelsäulenbeweglichkeit, die Beweglichkeit der Schultergelenke und die Muskelfunktionen. Außerdem überprüft er, ob ein Nerv eingeklemmt sein könnte.

Möglicherweise folgen weitere Untersuchungen, beispielsweise Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomografie, Computertomografie oder eine Blutuntersuchung.

Eine Liquorpunktion wird dann durchgeführt, wenn der Arzt vermutet, dass die Ursache für die Nackenschmerzen in einer Gehirnhautentzündung begründet sei könnte. Bei dieser Untersuchung wird eine Hirnwasserprobe entnommen.

Behandlung

Die Behandlung von Nackenschmerzen richtet sich nach der Ursache. Schmerzt der Nacken aufgrund von Verspannungen, können die Schmerzen durch Wärme und leichte Massagen gelindert werden. Auch Entspannungstechniken, wie Muskelentspannung nach Jacobsen, sorgen dafür, dass sich die Muskeln im Hals lockern.

Sind die Nackenschmerzen zu stark, helfen Schmerzmittel oder Muskelrelaxanzien (muskelentspannende Arzneimittel). Ebenso können entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Medikamente, wie Diclofenac oder Ibuprofen, die Schmerzen mildern.

Sport und regelmäßige Bewegung sorgen dafür, dass die Muskeln im Hals gestärkt werden und beweglich bleiben. Somit können weiteren Nackenschmerzen vorgebeugt werden. Allerdings gibt es Sportarten, die sich eher belastend auf die Nackenwirbel auswirken. Dazu gehören Radfahren und Joggen, auf die Menschen, die zu Nackenschmerzen neigen, verzichten sollten.

Haben psychische Ursachen zu Nackenschmerzen geführt, sollte eine psychologische Beratung oder eine Psychotherapie in Erwägung gezogen werden. Nur wenn die psychischen Probleme bearbeitet werden, können die Schmerzen im Nacken langfristig verschwinden. Alles andere wäre in dem Fall reine Symptombehandlung.

Eine weitere gute Möglichkeit um Nackenschmerzen & Verspannungen vorzubeugen ist die regelmäßige Nutzung eines Nackenmassagegerätes.

Wichtig

Chronische Nackenschmerzen können in der Regel durch Physiotherapie und Rückenschule behoben werden. In manchen Fällen stammen die Schmerzen im Nacken von einem Bandscheibenvorfall. Hier wird der Arzt entscheiden, ob ein operativer Eingriff notwendig ist.

Übungen gegen Nackenschmerzen

Meistens werden Nackenschmerzen durch Verspannungen verursacht. Folgend werden einfache Übungen erklärt, die Verspannungen lösen und in den Alltag integriert werden können:

  • Eine ganz einfache Lockerungsübung ist das Armkreisen: Dafür wird zuerst mit beiden Armen nach vorne gekreist, aber mit wenig Krafteinsatz. Anschließend wechselt man die Richtung und kreist rückwärts. Am besten führt man das Armkreisen jeweils zwanzig Mal durch.
  • Anschließend kreist man mit den Schultern und auch hierbei erfolgen zunächst zwanzig Schulterkreise nach vorne und danach zwanzig Schulterkreise nach hinten.
  • Zum Schluss sollten Dehnübungen durchgeführt werden: Man nimmt eine aufrecht stehende Körperhaltung ein und neigt den Kopf nach rechts. Links sollte eine leichte Dehnung am Nacken spürbar sein. In dieser Position wird zwei bis drei Mal tief und langsam ein- und ausgeatmet. Danach wird die Dehnübung mit der anderen Seite durchgeführt: Kopf nach links neigen, bis rechts eine leichte Dehnung zu spüren sind und zwei bis drei Mal tief und langsam ein- und ausatmen.Diese Dehnübung kann erweitert werden, in dem der Kopf so weit wie möglich nach vorne und anschließend nach hinten geneigt wird. Aber Achtung: Beim nach hinten neigen des Kopfes können Schwindelgefühle auftreten.

Diese Übungen sind selbstverständlich nur eine Hilfe, wenn leichte Verspannungen zu Nackenschmerzen geführt haben! Zudem können die Übungen vorbeugend wirken: Bei einer sitzenden Tätigkeit löst man mit den Lockerungs- und Dehnübungen Verspannungen direkt im Ansatz.

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