Gelenkschmerzen werden medizinisch in zwei Rubriken eingeteilt: Arthralgie (Schmerzen der Gelenke ohne entzündliche Veränderung) und Arthritis (Schmerzen in den Gelenken mit entzündlicher Veränderung). Bestehen die Gelenkschmerzen in nur einem Gelenk, bezeichnet man dies als Monarthritis. Bei einer Oligoarthritis sind bis zu vier Gelenke von Schmerzen betroffen und eine Polyarthritis kennzeichnet sich durch Gelenkschmerzen an fünf und mehr Gelenken. Die Schmerzen treten in manchen Fällen in Form von Steifigkeit der Gelenke in den frühen Morgenstunden oder in einem Spannungsgefühl auf. Dies ist beispielsweise der Fall bei einer rheumatoiden Arthritis. Bei Arthrose oder durch Fehl- oder Überbelastung kommt es zu plötzlichen Gelenkschmerzen.

Das Erscheinungsbild von Gelenkschmerzen kann ganz unterschiedlich sein. So können die Schmerzen im Gelenk akut innerhalb von Stunden auftreten oder sich im Laufe von Wochen oder Monaten chronisch entwickeln. Ebenso wird von subakuten Gelenkschmerzen gesprochen, wenn diese innerhalb von Tagen spürbar sind.

Der Schmerzrhythmus kann verschieden sein und sich entweder als Gelenksteifigkeit am Morgen zeigen oder nachts oder im Ruhezustand auftreten. Die Schmerzen können in ihrer Intensität unterschiedlich sein und von leicht bis unerträglich vorkommen.

Manchmal bleiben die Schmerzen in den Gelenken nur kurzfristig bestehen und verschwinden dann wieder, ohne behandelt worden zu sein. Schränken die Schmerzen die Gelenkbeweglichkeit ein, tritt Fieber auf oder kommt es im betroffenen Bereich zu Hautrötungen oder Schwellungen, sollte ein Arztbesuch erfolgen – vor allem, wenn diese Symptome mindestens bereits seit drei Tagen bestehen, die Beschwerden auf weitere Gelenke übergehen oder die Schmerzen stärker werden.

Mögliche Ursachen

Die Ursachen für Schmerzen in den Gelenken sind sehr vielfältig, wobei Veränderungen der Gelenke zu den häufigsten Gründen gehört (beispielsweise bei Arthrose). Neben Arthrose gibt es noch weitere Krankheiten, die Gelenkschmerzen verursachen können:

  • Morbus Bechterew
  • Gicht
  • Psoriasis Arthritis
  • Rheumatoide Arthritis
  • Lyme-Arthritis (durch Bakterien verursacht, wobei hauptsächlich die Kniegelenke betroffen sind)
  • Meniskusriss
  • Morbus Boeck

Manchmal sind die Gelenkschmerzen ein Begleitsymptom von Röteln, Masern, Windpocken oder Grippe.

Weitere mögliche Ursachen für Schmerzen der Gelenke sind unter anderem:

  • Verstauchung
  • Verrenkung
  • Bänderriss
  • Bänderdehnung
  • Über- oder Fehlbelastung, beispielsweise beim Sport
  • Übergewicht

Diagnose

Der Arzt wird zunächst eine Anamnese durchführen, wobei er wissen möchte, wo die Schmerzen spürbar sind, wann diese auftraten, wie sich die Schmerzen äußern und ob sich andere Beschwerden zusätzlich bemerkbar machen (zum Beispiel Schwellungen, Rötungen oder Fieber). Bei der Beantwortung der Fragen ist es für den Arzt sehr wichtig, dass der Patient möglichst genau seine Schmerzen und Beschwerden beschreibt.

Anschließend wird der Arzt die schmerzende Region abtasten. Damit wird geklärt, ob die Schmerzen vom Gelenk ausgehen oder vom umliegenden Bereich kommen oder durch einen Knochen in Gelenknähe verursacht werden. Meistens reicht jedoch das Abtasten nicht aus und es werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Um die Ursache der Schmerzen festzustellen, können beispielsweise folgende Untersuchungsmaßnahmen Aufschluss geben:

  • Eine orthopädische Untersuchung kann Hinweise auf Arthrose, rheumatisches Fieber, Gicht oder Schleimbeutelentzündung geben
  • Bei einem Verdacht auf Sarkoidose oder Psoriasisarthritis wird eine dermatologische Untersuchung notwendig
  • Besteht der Verdacht, dass die Schmerzen des Gelenks durch Gicht, Systemischer Lupus erythematodes oder durch eine Entzündung des Schleimbeutels ausgelöst werden, wird eine Sonografie durchgeführt
  • Oft wird eine Blutuntersuchung veranlasst, da sich damit verschiedene Ursachen für Gelenkschmerzen aufdecken lassen.
  • Wird als Ursache für die Gelenkschmerzen eine bakterielle Entzündung des Gelenks vermutet, entnimmt der Arzt eine Gelenksflüssigkeitsprobe (Punktion).
  • Soll abgeklärt werden, ob Morbus Bechterew, Arthrose oder rheumatoide Arthritis hinter den Gelenkschmerzen steckt, wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt.

Behandlung

Zunächst sollte vom Arzt die Ursache für die Schmerzen der Gelenke abgeklärt werden. Die Behandlung richtet sich dann nach der Diagnose. Schränken die Schmerzen die Bewegung ein, hat sich die Haut im Gelenkbereich gerötet, ist das Gelenk angeschwollen oder bei Fieber sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Je nach Ursache verläuft die Behandlung unterschiedlich:

  • Bei entzündlichen Gelenkschmerzen werden entzündungshemmende Medikamente eingesetzt, um den Fortschritt der Krankheit aufzuhalten beziehungsweise zu verlangsamen.
  • Sind die Gelenke warm oder geschwollen, erfolgen Kälteanwendungen (Kühlgel, Wickel, Auflagen). Die Gelenke sollten bewegt werden, auch wenn dies schmerzhaft ist.
  • Liegt die Ursache in einer Überbelastung, sollte das schmerzende Gelenk geschont werden. Oftmal wirken auch hier Kälteanwendungen gut.
  • Oftmals helfen auch natürliche entzündungshemmende Mittel, wie Beispielsweise Extrakt aus der Grünlippmuschel (weitere Informationen finden Sie hier)

Bei Arthrose sollten die Muskeln gestärkt werden, das unter fachlicher Anleitung geschehen sollte. Ebenso bieten sich gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Wassergymnastik oder Walken für Menschen mit Arthrose oder Rheuma an.

In Phasen mit starken Gelenkschmerzen können nichtsteroidale Antitheumatika eingenommen werden. Dazu gehören unter anderem Diclofenac und Ibuprofen, wobei die Einnahme immer mit dem Arzt abgesprochen werden sollte.

Betroffene, dir nur manchmal und unter eher leichten Schmerzen in den Gelenken leiden, können Gele oder Salben auf die Haut im Gelenkbereich auftragen.

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