Als Gallenschmerzen werden leichte Druckschmerzen bezeichnet, die im Oberbauch auf der rechten Seite spürbar sind. Oft treten solche Schmerzen nach einer fettreichen Mahlzeit mit weiteren Begleitsymptomen auf. Die Gallenschmerzen können organische Ursachen haben oder durch Stress und andere psychischen Gründe ausgelöst werden.

GallenschmerzenUrsachen

Gallenschmerzen können durch verschiedene organische Ursachen entstehen:

  • Cholelithiasis (Gallensteine)
  • Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
  • Gallengangentzündung
  • Atresie des Gallengangs
  • Gelbsucht
  • Krebs
  • Diabetes

Auch eine Fistel kann Gallenschmerzen auslösen, wenn sie sich zwischen dem Dickdarm und der Gallenblase befindet.

Zu den Risikofaktoren gehört vor allem eine sehr fetthaltige Ernährung sowie unregelmäßige Nahrungsaufnahme. Zur Risikogruppe für Gallenbeschwerden zählen zudem übergewichtige Menschen sowie Betroffene einer Essstörung.

Auch die Psyche kann Gallenschmerzen verursachen. Stress ist ein Risikofaktor für Gallenschmerzen. Anhaltender Stress kann zur sogenannten Cholezystopathie (Reizgalle) führen.

Diagnose

Für die Diagnostik ist eine ausführliche Anamnese wichtig. Der Arzt wird unter anderem Fragen zu Vorerkrankungen und zur Ernährung stellen. Ebenso möchte der Arzt wissen, seit wann der Betroffene unter den Schmerzen leidet, wann sie auftreten und an welcher Körperstelle die Schmerzen spürbar sind. Zudem sollte der Patient die Schmerzart beschreiben können: Sind die Schmerzen drückend, ziehend, stechend, usw.?

Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Hierbei wird vor allem auf Schwellungen oder anderen sichtbaren Bauchveränderungen geachtet. Zudem wird der Bauch abgetastet.

Meistens werden bildgebende Verfahren angewandt, um die Ursache für die Gallenschmerzen finden zu können. Dazu können Sonografie, Endosonografie, Magnetresonanz-Cholangiografie oder eine endoskopisch-retrograde Cholangio-Pankreatikografie gehören.

Häufig erfolgt eine Blutabnahme, um das Blut zu analysieren. Bei Gallensteinen sind beispielsweise die Werte von Bilirubin, alkalischen Phosphatasen und Gamma-GT erhöht. Wird eine Gallenentzündung als Ursache für die Gallenschmerzen vermutet, können weitere Werte im Blut analysiert werden.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Als begleitende Maßnahmen sind folgende zu empfehlen:

Ernährung

Sollte sich bisher fettreich ernährt worden sein und standen viele schwerverdauliche Lebensmittel auf dem Speiseplan, ist eine Ernährungsumstellung ratsam. Bei Gallenbeschwerden sollte sich fettarm ernährt werden, wobei nicht komplett auf Fette verzichtet werden muss. Man sollte eher  von tierischen Fetten auf pflanzliche Fette umsteigen, da diese leichter verdaulich sind.

Außerdem sollte der Gallensaft nicht überstrapaziert werden und dies geschieht, wenn die Mahlzeiten zu üppig sind.

Bei Gallenbeschwerden sollte auf einige Nahrungsmittel verzichten werden, während andere keine Probleme verursachen:

 

Erlaubte Lebensmittel Diese Nahrungsmittel lieber meiden
Kohlenhydrate: Toastbrot, Knäckebrot, altbackenes Weißbrot, Zwieback, fettarmer Kuchen, Nudeln, Haferflocken, Grieß, Pellkartoffeln

 

Kohlenhydrate: Frische Brötchen, frisches Brot, Vollkornbrot, fetthaltiges Gebäck, Pfannkuchen, Pommes Frites.
Kartoffeln sollten ohne oder nur mit wenig Fett zubereitet werden. Beim Kartoffelsalat sollte die Mayonnaise weggelassen werden. 
Obst: Birnen, Äpfel, Grapefruits, Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Melone, Bananen, Mandarinen.

 

Obst: Nüsse, Trockenobst, Johannisbeeren, Weintrauben, Pflaumen und unreife Früchte

 

Gemüse: Außer die Gemüsesorten, die mit Vorsicht zu genießen sind, können alle anderen Gemüsearten verzehrt werden. Gemüse: Kohl, Wirsing, Zwiebeln, Sauerkraut, Rettich, Radieschen und Hülsenfrüchte sollten mit Vorsicht genossen werden.

 

Fisch und Fleisch: Zander, Scholle, Kabeljau, Rotbarsch sowie das magere Fleisch von Kaninchen, Reh und Hähnchen. Auch Schweinefilet, mageres Rindfleisch und Kalbfleisch können genossen werden. Das Fleisch sollte aber möglichst ohne Fett zubereitet werden. Fettarme Wurst und magerer Schinken sind ebenfalls erlaubt. Fisch und Fleisch: Fettreiche Fleisch- und Fischsorten sollten ein Tabu darstellen, beispielsweise Lachs, Makrele, Aal, Karpfen, Ölsardinen oder andere Fischsorten in Öl sowie Ente, Schweinefleisch, Bratwurst, Mettwurst, Schinken und gebratenes Rindfleisch.

 

Milchprodukte: Magerquark, Käse mit maximal dreißig Prozent Fett sowie Milch mit maximal 1,5 Prozent Fett stellen kein Problem dar. Milchprodukte: Kondensmilch, Schlagsahne sowie fetthaltiger Käse sollten bei Gallenschmerzen gemieden werden.

 

Süßigkeiten: Pudding, Bonbons, Süßstoff, Zucker, Marmelade und Honig Süßigkeiten: Auch fettreiche Süßwaren sind bei Gallenbeschwerden nicht zu empfehlen. Dazu gehören unter  anderem Milcheis, Nougat und Schokolade.
 

 

Entspannung

Stress fördert Gallenbeschwerden und zu viel und langanhaltender Stress kann eine Reizgalle verursachen. Ideal wäre es, wenn die Stress auslösenden Faktoren dahingehend verändert werden können, sodass der Stress drastisch reduziert und bestenfalls nur noch selten aufkommt. Da dies nicht immer und nicht sofort möglich ist, sollte man sich eine Entspannungstechnik aneignen und diese regelmäßig, am besten täglich, anwenden.

Hausmittel

Einige Heilkräuter können Gallenschmerzen lindern:

  • Mariendistel
  • Löwenzahn
  • Knoblauch
  • Artischocke
  • Flohsamen
  • Bockhornklee

Auch Schöllkraut soll lindernd wirken, wobei sich bei jeder Heilpflanze gut über Dosierung und Anwendung informiert werden sollte. Außerdem sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, ob die Heilkräuter eingenommen werden dürfen.

Vorbeugende Maßnahmen

Die oben genannten begleitenden Maßnahmen eignen sich ebenso als präventive Maßnahmen. Bei der Ernährung muss nicht so streng auf die Lebensmittel geachtet werden, wenn noch keine Gallenbeschwerden vorliegen. Jedoch kann mit einer ausgewogenen und ballaststoffreichen Ernährung Gallenschmerzen vorgebeugt werden. Außerdem sollten pflanzliche Fette den tierischen vorgezogen werden, wobei auch diese in Maßen konsumiert werden sollten.

Weiterhin ist es für die Gallenblase und für die Verdauung besser, keine üppigen Mahlzeiten zu essen, sondern lieber kleinere Mahlzeiten zu genießen.

Ausreichende Bewegung, genügend trinken sowie ein möglichst entspannter Lebensstil tun nicht nur der Galle, sondern dem gesamten Organismus gut.

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