Bei Kopfschmerzen kann es sich um eine eigenständige Krankheit handeln oder sie sind ein Symptom für andere Erkrankungen. Zudem können die Kopfschmerzen einseitig, beidseitig sowie an verschiedenen Stellen auftreten (Schläfen, Stirn, Nackenbereich, Hinterkopf, hinter den Augen).

Zu den primären Kopfschmerzen gehören der Cluster-Kopfschmerz, Migräne und Spannungskopfschmerzen. Die sekundären Kopfschmerzen sind entweder eine Folge einer Krankheit oder ein Begleitsymptom von Störungen oder Krankheiten.

Überwiegend kommen die Spannungskopfschmerzen vor. Diese treten gelegentlich auf und die Kopfschmerzen sind von leichter bis mittelschwerer Form, wobei sich die Intensität allmählich steigern kann.  Man geht davon, dass diese Schmerzen aufgrund einer gestörten Schmerzhemmung zustande kommen. Meistens sind Spannungskopfschmerzen an der Stirn, am Scheitel oder an den Schläfen zu spüren. Der Schmerz fühlt sich dumpf und drückend an. Nur selten ist der Spannungskopfschmerz von weiteren Symptomen begleitet. Spannungskopfschmerzen können eine halbe Stunde bis zu einigen Tagen anhalten. Kommt es monatlich mindestens an zehn Tagen zu Spannungsschmerzen, ist die Rede von chronischen Schmerzen.

Bei Cluster-Kopfschmerzen leiden die Betroffenen unter sehr starken Schmerzen, wobei die Intensität nach wenigen Minuten am höchsten ist. Diese eher selten vorkommenden Kopfschmerzen halten zwischen einer viertel Stunde bis drei Stunden an und können manchmal mehrmals am Tag auftreten. Anschließend sind die Betroffen oftmals monatelang beschwerdefrei. Der Schmerz fängt hinter dem Auge an, fühlt sich stechend an und ist stets an einer Kopfseite spürbar. Daneben kommt es zum Tränen des Auges an der betroffenen Kopfseite, zur verstopften Nase sowie zu einem geröteten und geschwollenen Lid. Die Ursachen für Cluster-Kopfschmerzen sind noch nicht ausreichend erforscht. Bei manchen Betroffenen scheinen flackerndes Licht, Zigarettenrauch oder Alkohol zu den Auslösern des Schmerzes zu gehören.

Während Cluster-Kopfschmerzen eher selten vorkommen, sind von Migräne rund zehn Prozent aller Deutschen betroffen. Dabei leiden mehr Frauen als Männer unter dieser Art von Kopfschmerzen. Betroffene haben einmal bis sechsmal monatlich mit einem Migräneanfall zu tun. Die Schmerzattacke fängt langsam an. Oft sind die Schmerzen nur an einer Seite zu spüren. Im Laufe des Anfalls können aber beide Seiten betroffen sein oder der Schmerz wechselt von einer Kopfseite zur anderen. Ein Migräne-Anfall hält zwischen vier Stunden und 72 Stunden an und die Kopfschmerzen sind pulsierend mäßig stark bis stark. Fast immer leiden die Betroffenen zusätzlich an Übelkeit und Erbrechen und sie reagieren empfindlich auf Licht und Geräusche. Bei einigen Patienten treten zudem Wortfindungsstörungen, Kribbelgefühl in Beinen und Armen und Sehstörungen auf.

Ursachen

Es gibt mehr als 250 Auslöser und Formen von Kopfschmerzen, wobei Migräne und der Spannungskopfschmerz die häufigsten Arten sind. Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Schlafmangel
  • Muskelverspannung
  • Flüssigkeitsmangel
  • Grippe, Erkältung oder andere Infektionskrankheiten
  • Alkohol
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Hitzschlag oder Sonnenstich
  • Erkrankungen der Augen
  • Unterzuckerung oder andere Störungen des Stoffwechsels
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Zu häufiges Einnehmen von Schmerzmitteln
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule oder andere orthopädische Krankheiten
  • Anämie (Blutarmut)
  • Verletzungen des Kopfes (Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnerschütterung o.a.)
  • Meningitis (Hirnhautentzündung)
  • Durchblutungsstörungen
  • Schlaganfall
  • Hirntumore
  • Wetterumschwung
  • Hormonveränderungen bzw. Hormonschwankungen
  • Nikotin
  • lang andauernde Bildschirmarbeit
  • Stress und andere psychische Faktoren

Diagnose

Wenn die Kopfschmerzen nur selten auftreten und von kurzer Dauer sind, reicht es in der Regel aus, mit Entspannung, leichten Schmerzmitteln und/ oder Hausmitteln den Schmerz zu lindern. Bei folgenden Merkmalen sollte aber ärztlich abgeklärt werden, welche Ursache hinter den Kopfschmerzen steckt:

  • Die Kopfschmerzen treten wiederholt bereits über Wochen oder über Monate auf
  • Nach einer Verletzung am Kopf nehmen die Kopfschmerzen zu
  • Die Kopfschmerzen sind von Übelkeit und/ oder Erbrechen begleitet
  • Die Kopfschmerzen werden von einem steifen Nacken und/ oder Fieber begleitet
  • Die Kopfschmerzen treten plötzlich auf und sind sehr intensiv
  • Die Kopfschmerzen treten plötzlich auf und werden von Hörverlust, Sehstörungen, Verwirrtheit, Sprachstörungen, Bewusstseinstrübung und/ oder Bewusstlosigkeit begleitet

Für die Diagnose erfolgt zunächst eine Anamnese, bei der nach der Lage, Art und Intensität des Kopfschmerzes gefragt wird. Auch möchte der Arzt wissen, wie oft die Kopfschmerzen auftreten und wie lange sie anhalten. Der Patient wird nach möglichen Auslösern für die Kopfschmerzen gefragt. Das können unter anderem Wetterfühligkeit, körperliche Belastung, Stress oder ein Unfall sein. Zudem wird nach Vorerkrankungen und nach Krankheiten in der Familie gefragt. Ebenso sollte der Patient angeben, ob und welche Medikamente er vorher eingenommen hat oder regelmäßig einnehmen muss.

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung werden auch Reflexe, Reizempfindlichkeit und Koordinationsfähigkeit getestet. Diese neurologischen Untersuchungen können Aufschluss auf eine mögliche Krankheit geben, durch die die Kopfschmerzen verursacht werden.

In der Regel reichen Anamnese sowie körperliche und neurologische Untersuchungen aus, um die Ursache und die Art der Kopfschmerzen zu diagnostizieren.

Sollte der Arzt eine Grunderkrankung als Ursache für die Kopfschmerzen vermuten, können weitere Untersuchungen folgen, beispielsweise Sonografie, Röntgenuntersuchung, Blutuntersuchung, Magnetresonanztomografie, Computertomografie oder andere diagnostische Verfahren. Mitunter kann auch an einen Facharzt wie Augenarzt oder Hals-Nasen-Ohrenarzt überwiesen werden, um nach der Ursache zu forschen.

Behandlung

Treten die Kopfschmerzen eher selten auf und sind sie erträglich und von kurzer Dauer, reichen Schmerzmittel oder Hausmittel aus, um die Schmerzen zu lindern. Meistens verschwinden diese Kopfschmerzen auch wieder von selbst. Halten die Kopfschmerzen jedoch länger an oder kehren immer wieder, sollte ein Arzt konsultiert werden. Ebenso wird ein Arztbesuch notwendig, wenn zu den Kopfschmerzen Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Sehstörungen, Verwirrtheit, Sprachstörungen, Hörverlust oder ein steifer Nacken auftreten.

Die Behandlung von Kopfschmerzen hängt von der Ursache ab. Bei Migräne hilft in der Regel eine spezielle Kopfschmerztherapie, die langfristig erfolgt.

Betroffene greifen oftmals zu freiverkäuflichen Schmerztabletten, bei deren Einnahme jedoch ein paar Regeln beachtet werden sollten:

  • Die Schmerzmittel sollten maximal drei Tage lang eingenommen werden, selbstverständlich mit Beachtung der vorgeschriebenen Dosierung.
  • Zudem sollten Schmerzmittel maximal an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden.
Wichtig

Werden die Schmerzmittel häufiger eingenommen, können sie Kopfschmerzen auslösen!

Weiterhin haben sich folgende Therapiemaßnahmen bei Kopfschmerzen bewährt:

  • Akupunktur
  • Massagen
  • Autogenes Training
  • Physikalische Therapien

Betroffenen können die Schmerzen lindern und vorbeugen, indem sie ausreichend trinken, sich regelmäßig bewegen, Stress vermeiden und für genügend Schlaf und Entspannungspausen sorgen. Auch die Ernährung spielt eine Rolle, die vollwertig und ausgewogen sein sollte. Wer zu Kopfschmerzen neigt, sollte auf Nikotin und Alkohol weitgehend oder komplett verzichten.

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