Maiskeimöl

Maiskeimöl wird aus Maiskörnern hergestellt. Genauer genommen wird für die Gewinnung des Öls der fetthaltige Keim verwendet, der sich im Zentrum eines Maiskorns befindet. Dieser Keim ist sehr fetthaltig und ist ein Nebenprodukt bei der Erzeugung von Maisstärke. Maiskeimöl dient in erster Linie als Speiseöl in der Küche, ist aber auch ein gutes Haut- und Körperpflegemittel.

Herstellung

Die Maispflanze (Zea mays) stammt aus Mexiko und gehört zur Familie der Süßgräser. Mais wird weltweit angebaut. Jedes Jahr werden mehr als 850 Millionen Tonnen Mais zu Futtermittel, Stärke, Biokunststoff oder Maiskeimöl verarbeitet. Diese krautige Pflanze ist einjährig und kann eine Höhe von drei Metern erreichen.

Um 1 Liter Maiskeimöl zu gewinnen werden bis 100 Kilogramm Mais benötigt. Für die Gewinnung von Maiskeimöl wird der Maiskeim genutzt. Dieser sitzt in der Mitte des Maiskorns und fällt bei der Herstellung von Maisstärke als Nebenprodukt ab.

Für ein hochwertiges Maiskeimöl werden die Keime kaltgepresst, sodass alle gesunden Nährstoffe im Öl enthalten sind. Bei anderen Verfahren werden die Maiskeime heißgepresst und mit Hexan extrahiert.

Maiskeimöl ist geschmacks- und geruchsneutral. Weil es ein farbloses Öl ist, wird Beta-Carotin hinzugefügt. Dadurch erhält Maiskeimöl eine hellgelber bis rötlich-gelbe Farbe. Zwecks besserer Haltbarkeit wird zudem Vitamin E bzw. Tocopherole beigemischt.

Maiskeimöl

Inhaltsstoffe

In Maiskeimöl sind folgende Nährstoffe enthalten:

  • Ölsäure (19 bis 50 Prozent)
  • Linolsäure (34 bis 62 Prozent)
  • Linolensäure
  • Palmitinsäure
  • Stearinsäure
  • Eiweiße
  • Vitamine A, B, C und E
  • Zink, Calcium, Kalium, Eisen, Natrium, Phosphor und andere Mineralstoffe
  • Aminosäuren Valin, Leucin, Threonin, Isoleucin und Phneylalanin

Maiskeimöl hat einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, wovon mehr als 50 Prozent zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren gehört. Diese essenziellen Fettsäuren müssen dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden, da er sie nicht selbstständig bilden kann.

Anwendungsmöglichkeiten

Maiskeimöl ist sehr reichhaltig an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Es dient als Basis bei der Produktion von Margarine und ebenso bei der Herstellung von Körperpflegemitteln. Maiskeimöl wird in der Küche sowie für die Pflege von Haut und Körper angewendet.

Maiskeimöl in der Küche

In der Küche kann Maiskeimöl zum Braten und Frittieren genutzt werden. Aufgrund des milden Geschmacks eignet sich Maiskeimöl aber auch zum Verfeinern von kalten Speisen. Da es geschmacksneutral ist, passt es zu allen Gerichten.

Zum Erhitzen sollte ein raffiniertes Maiskeimöl verwendet werden. Das kaltgepresste Maiskeimöl enthält alle wichtigen Inhaltsstoffe des Maiskeims, da dieses Herstellungsverfahren sehr schonend ist. Durch die Erhitzung geht ein Teil dieser Nährstoffe verloren.

Sowohl kaltgepresstes als auch raffiniertes Maiskeimöl ist für eine diätische Ernährung geeignet. Ebenso bietet sich Maiskeimöl zur Senkung des Blutdrucks an.

Maiskeimöl für die Haut- und Körperpflege

Im Handel sind Hautpflegeprodukte zu bekommen, die Maiskeimöl enthalten. Das Öl macht die Haut glatt und geschmeidig. Es wirkt vor allem bei fettiger Gesichtshaut: Trägt man das Maiskeimöl auf die Gesichtshaut auf, lassen sich Schmutz, überschüssiges Fett sowie abgestorbene Hautzellen bestens entfernen. Für trockene, rissige oder schuppige Haut sowie bei Ekzemen sind die Hautpflegemittel auf Basis von Maiskeimöl besonders zu empfehlen: Sie spenden der Haut Feuchtigkeit und wirken reizlindernd.

Maiskeimöl als pures Hautpflegemittel

Das Maiskeimöl kann aber auch direkt und pur auf die Haut aufgetragen werden. Da die Haut nach dem Duschen oder Baden flexibel und gedehnt ist, sollte im Anschluss das Öl in die noch feuchte Haut massiert werden. Somit kann das Maiskeimöl tief in die Haut eindringen und kleine Falten glätten. Für trockene und empfindliche Haut ist Maiskeimöl als Massageöl empfehlenswert.

Als Hautpflegemittel sollte Maiskeimöl regelmäßig morgens und abends auf die Haut aufgetragen werden. Im Winter kann das Gesicht mit wenigen Tropfen Maiskeimöl vor Kälte geschützt werden. Das Öl wird leicht in die Gesichtshaut eingeklopft.

Peeling mit Maiskeimöl

Eine weitere Option ist ein Peeling mit Maiskeimöl, das für diesen Zweck mit braunen Zucker oder Meersalz gemischt wird. Nach dem Duschen wird das Peeling in die noch feuchte Haut einmassiert und nach einer kurzen Einwirkzeit mit klarem Wasser abgespült.

Maiskeimöl als Badezusatz

Mit Honig und Sahne gemischt eignet sich Maiskeimöl als Badezusatz, um die Haut glatt und geschmeidig zu machen.

Maiskeimöl gegen Schuppen

Bei Schuppen trägt man Maiskeimöl auf die Kopfhaut auf und massiert es ein. Es sollte einige Minuten einwirken können, bevor das Haar ausgewaschen wird. Bei schuppigen Haaren sollte drei Mal wöchentlich diese Haarkur mit Maiskeimöl durchgeführt werden. Sobald sich die Schuppen zurückgebildet haben ist es ausreichend, einmal monatlich die Haare mit Maiskeimöl zu behandeln.

Wirkungsweise

Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe wirkt sich Maiskeimöl in vielerlei Hinsicht positiv auf die Gesundheit aus, zum Beispiel:

  • wird das Herz-Kreislaufsystem unterstützt
  • wirkt sich Maiskeimöl positiv auf die Sehkraft aus
  • verleiht der Haut Elastizität
  • wirkt lindernd bei Blasenentzündungen und Harnwegserkrankungen
  • zeigt Maiskeimöl einen schmerzlindernden und entzündungshemmenden Effekt

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen von Maiskeimöl bekannt.

Maiskeimöl kaufen

Um von den gesundheitlichen Vorteilen von Maiskeimöl profitieren zu können, sollte darauf geachtet werden, dass der Mais aus biologischem Anbau stammt und nicht gentechnisch verändert ist. Nur ein solches hochwertiges Maiskeimöl enthält alle wichtigen Inhaltsstoffe und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Veröffentlichung
Autoren
Quellen
  • Richard D. O'Brien: Fats and Oils. Third Edition, CRC Press, 2009
  • https://www.brenntag.com/media/documents/bsi/product_data_sheets/life_science/textron_natural_oils/corn_germ_oil-tx008141_pds.pdf (Abruf: 12.11.2019)
  • https://www.sciencedirect.com/topics/agricultural-and-biological-sciences/corn-oil (Abruf: 12.11.2019)
  • https://link.springer.com/article/10.1007/BF02890761 (Abruf: 12.11.2019)
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6046002/ (Abruf: 12.11.2019)
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