Mohnöl

Mohnöl wird in der Regel aus den Samen vom Schlafmohn hergestellt. Dabei muss nicht befürchtet werden, dass ein rauschartiger Zustand durch den Konsum von Mohnsamenöl entsteht. Für die Gewinnung hochwertigen Mohnöls werden die voll ausgereiften Samen gepresst, die als unbedenklich gelten. Dieses Öl enthält gesunde Inhaltsstoffe und kann in der Küche und als Hautpflegemittel angewendet werden.

Herstellung

Meistens wird Mohnöl aus den Samen von Papaver sominferum (Schlafmohn) gewonnen. Es gibt im Handel auch Mohnsamenöl aus den Samen von Papaver rhoeas (Klatschmohn). Die Eigenschaften beider Öle gleichen sich. Die Pflanzengattung Papaver (Mohn) gehört zur Familie der Mohngewächse. Weltweit gibt es bis zu 120 Mohnarten, wobei der Schlafmohn eine Kulturpflanze ist. Im Mittelmeergebiet galt Schlafmohn im Jungsteinzeitalter als Heilmittel. Die Samen gelten als schlaffördernd und wurden zum Beispiel zu Brei verarbeitet.

Die Pflanze stammt aus Asien und wird seit noch nicht allzu langer Zeit auch in Deutschland angebaut. Auch Indien, die Türkei, die Schweiz, China und Österreich bauen Mohn an und exportieren ihn nach Deutschland. In Österreich wird unter anderem Blaumohn und Graumohn angebaut und deren Samen für die Gewinnung von Mohnöl verwendet.

Überwiegend wird jedoch der Samen von Schlafmohn für Mohnsamenöl genutzt. Es wird dabei zwischen dem Samen von Weißmohn, Blaumohn und Graumohn unterschieden. Die Samen unterscheiden sich in der Größe, im Schalenanteil, in der Farbe und der Geschmack des Mohnöls ist je nach Samen etwas unterschiedlich. So wird in Asien das helle Mohnsamenöl bevorzugt, dass einen sehr milden Geschmack vorweist. In Österreich und Deutschland sind Mohnöle aus Blaumohn oder Graumohn begehrter, da diese Öle kräftiger im Geschmack sind.

Um Mohn zu züchten, ist eine Genehmigung erforderlich, denn in Deutschland unterliegt der Anbau von Mohn dem Betäubungsmittelgesetz. Aus den unreifen Samen kann ein Saft hergestellt werden, aus dem Morphium, Opium oder Heroin gewonnen werden kann. Damit solch ein Missbrauch ausgeschlossen wird, benötigen Mohnzüchter eine Zulassung, die an bestimmte Bedingungen gebunden ist.

Für die Herstellung von Mohnöl werden voll ausgereifte Mohnsamen verwendet. Diese gelten als unbedenklich und sind nicht giftig. Es gibt für die Gewinnung des Mohnsamenöls mittlerweile Zuchtsorten, in denen sich entweder nur eine geringe Menge oder gar keine Alkaloide befinden.

Mohn wird zwischen 100 und 160 Zentimeter hoch und ist ein einjähriges oder mehrjähriges krautiges Gewächs. Am Ende der behaarten Stängel bilden sich nach der Blütezeit Kapseln. Eine der rundlichen bis ovalen Kapseln kann bis zu 30.000 Samen enthalten.

Nach der Ernte wird der Mohn gereinigt und getrocknet. Anschließend werden die Samen entweder kalt- oder warmgepresst. Hochwertiger ist ein kaltgepresstes Mohnöl, da durch dieses schonende Verfahren die Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Kaltgepresstes Mohnöl ist geruchsneutral und hat eine blassgelbe Farbe, während heißgepresstes Mohnsamenöl goldgelb gefärbt ist. Mohnsamenöl hat einen nussigen Geschmack.

 

Inhaltsstoffe

Mohnsamen sind sehr reichhaltig an Fett und Calcium. In Mohn liegt der Anteil an Calcium bei rund 2,5 Prozent, sodass er zu den sehr calciumreichen Nahrungsmitteln zugeordnet wird. Neben Calcium sind folgende Inhaltsstoffe in den Samen von Mohn enthalten:

  • Kalium
  • Magnesium
  • B-Vitamine
  • Die zweifach ungesättigte Fettsäure Linolsäure

Linolsäure gehört zu den Omega-6-Fettsäuren, die der menschliche Körper mit der Nahrung aufnehmen muss, weil er sie nicht eigenständig herstellen kann. Linolsäure ist unter anderem für den Wasserhaushalt des Organismus wichtig.

Anwendungsmöglichkeiten

Mohnöl wird vor allem als Speiseöl für die kalte Küche verwendet. Daneben ist Mohnsamenöl ein gutes, natürliches Hautpflegemittel.

Mohnöl in der Küche

Weil Mohnöl sehr fetthaltig ist, stellt es einen besonderen Geschmacksträger für kalte Speisen dar. Das Mohnsamenöl eignet sich beispielsweise für Salatdressings, Desserts, Müsli, Smoothies und anderen kalten Gerichten. Es kann auch kurz vor dem Servieren auf Nudelgerichte, Kartoffeln, Möhren, Tomaten und Spargel geträufelt werden. Je nach Samensorte schmeckt Mohnsamenöl nussig, herzhaft oder mild.

Zum Braten, Backen und Kochen ist das Öl nicht geeignet, denn durch Erhitzen werden wertvolle Inhaltsstoffe zerstört.

Durch den hohen Fettgehalt ist Mohnsamenöl recht kalorienreich und eignet sich deshalb nicht für eine diätische Ernährung: In 100 Gramm Öl stecken etwa 900 Kalorien.

Mohnöl

Mohnöl für die Haut

Mohnöl beseitigt Hautrötungen, spendet der Haut Feuchtigkeit und mildert Hautirritationen. Das Öl kann direkt in die Haut einmassiert werden. Mohnsamenöl kann auch mit Traubenkernöl, Avodadoöl oder anderen Ölen gemischt und als Hautpflegemittel verwendet werden. Dann profitiert man von den guten Eigenschaften des Mohnöls und der jeweiligen Wirkung eines anderen pflegenden Öls.

Wirkungsweise

Durch den Verzehr von Mohnöl wird der Körper mit wichtigen Nährstoffen und ungesättigten Fettsäuren versorgt. Zudem kann der Organismus fettlösliche Vitamine aus Lebensmitteln besser aufnehmen und verarbeiten. Die in Mohnöl enthaltene Linolsäure unterstützt bei der Bildung und beim Transport von Hormonen. Aufgrund der ungesättigten Fettsäuren senkt Mohnöl das Arteriosklerose-Risiko, stärkt das Herz, reguliert den Blutdruck und wirkt entzündungshemmend.

Als Hautpflegemittel wirkt sich Mohnöl besonders positiv auf trockene, rissige oder empfindliche Haut aus. Mohnsamenöl pflegt nicht nur die Haut, sondern versorgt sie mit Feuchtigkeit und schützt sie vor Hitze, Kälte und anderen äußeren Einflüssen.

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen von Mohnöl bekannt.

Mohnöl kaufen

Beim Kauf von Mohnöl sollte unbedingt auf die Herkunft und auf das Herstellungsverfahren geachtet werden. Wer ein Mohnsamenöl von Qualität haben möchte, sollte zu einem kaltgepressten Mohnöl greifen, das auch biologischem Anbau stammt. Zudem sollte ein Blick auf die Produktbeschreibungen geworfen werden, denn manche Hersteller mischen Mohnöl mit Sonnenblumenöl. Dieser Ölverschnitt ist minderwertig und nicht mit einem reinen Mohnsamenöl vergleichbar.

Veröffentlichung
Autoren
Quellen
  • https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1612337 (Abruf: 05.11.2019)
  • https://www.researchgate.net/publication/303787192_Oil_content_and_fatty_acids_composition_of_poppy_seeds_cultivated_in_two_localities_of_Slovakia (Abruf: 05.11.2019)
  • https://pdfs.semanticscholar.org/f51e/e2387bff5e9ce232a4ea13eb59ad935e4de9.pdf (Abruf: 05.11.2019)
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