Distelöl

Distelöl wird aus der Färberdistel gewonnen. Die Pflanze wurde schon in der Antike als Färbemittel sowie als Nutz- und Heilpflanze verwendet. Distelöl lässt sich aufgrund der gesunden Inhaltsstoffe bei einigen Beschwerden und Krankheiten einsetzen und zudem als Speiseöl in der Küche nutzen.

Herstellung

Die Färberdistel (Carthamus tinctorius) findet man häufig in Bauerngärten vor. Andere Namen für die Färberdistel: Öldistel, Falscher Safran und Färbersaflor. Früher färbte man mit den Blüten Seide und andere Textilien. Die eher anspruchslose Pflanze benötigt nur wenig Wasser und insgesamt ist der Pflegeaufwand für die Färberdistel gering. Sie erreicht eine Höhe bis 1,5 Meter und ist ein- oder zweijährig. Die Färberdistel braucht Lehm- oder Sandboden. Die Blütezeit verläuft von Juni bis Juli, wobei die Blüten zunächst eine rostgelbe und später eine orangerote Färbung vorweisen. Die Blüten haben einen pfeffrigen, nussigen Duft.

Die Samen reifen im Spätsommer heran. Aus den Samen wird das Distelöl hergestellt. Um aus dem Saatgut Öl zu gewinnen, müssen die Samen einige Monate bei kühlerer Lagerung trocknen. Hochwertiges Distelöl wird durch Kaltpressung gewonnen, denn bei diesem Verfahren bleiben alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten.

Distel pflanze

Inhaltsstoffe

Die Färberdistel und somit auch das Öl sind reichhaltig an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E. Folgende Nährstoffe befinden sich in Distelöl:

  • Linolsäure
  • Palmitinsäure
  • Ölsäure
  • Stearinsäure
  • Vitamine A, C und E
  • Focopherol

Das Distelöl besteht zu etwa 78 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren, zu rund 13 Prozent aus einfach gesättigten Fettsäuren und zu 9 Prozent aus gesättigten Fettsäuren.

Anwendungsmöglichkeiten

Distelöl kann bei folgenden Beschwerden und Erkrankungen angewendet werden:

Distelöl bei Ekzemen, Akne und anderen Hautproblemen

Akne, Ekzeme, Pickel, Mitesser und andere Hautbeschwerden können mit Distelöl gelindert werden. Auch bei fettiger Haut hilft die Anwendung von Färberdistelöl. Das Öl wirkt entzündungshemmend und zudem ausgleichend auf die Talgproduktion.

Aufgrund des hohen Gehalts an Linolsäure zeigt Distelöl eine entfettende Wirkung und versorgt gleichzeitig die Haut mit genügend Feuchtigkeit. Dadurch kann Distelöl bei trockener und bei fettiger Haut als Hautpflegemittel verwendet werden:

  • Distelöl verbessert bei Akne und Mittessern das Hautbild
  • Distelöl lindert Hautreizungen
  • Distelöl sorgt für eine Rückbildung von lichtbedingten Pigmentflecken sowie Altersflecken

Distelöl zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems

Im Distelöl sind Stoffe enthalten, die sich zur Umwandlung zu Stickstoffmonoxid eignen. Ab dem vierzigsten Lebensjahr produziert der Körper weniger Stickstoffmonoxid, welches jedoch für ein starkes Herz wichtig ist. Deshalb müssen dem Körper Stoffe für den Umwandlungsprozess zugeführt werden. Distelöl enthält solche Nährstoffe, sodass es zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems beiträgt.

Distelöl bei Arteriosklerose

Bei Arteriosklerose verkalken und verhärten die Schlagadern. Dadurch lagern sich Bindegewebe und Blutfette in ihnen ab. Das Distelöl kann als präventive Maßnahme eingenommen werden, denn es senkt den Cholesterinspiegel und sorgt dafür, dass sich keine Fette im Blut ablagern können, in dem diese Fette abgebaut werden.

Zur Vorbeugung von Arteriosklerose gehören selbstverständlich noch weitere Maßnahmen, beispielsweise eine ausgewogene Ernährung, genügend Bewegung und Stressreduzierung.

Distelöl zur Senkung des Cholesterinspiegels

Ein dauerhaft zu hoher Cholesterinspiegel kann zu Herzerkrankungen und Arterienkrankheiten führen. Übergewicht, Diabetes, Rauchen, Bewegungsmangel und Stress gehören zu den Hauptursachen eines erhöhten Cholesterinspiegels.

Neben Verhaltensveränderungen spielt die Ernährung eine große Rolle, um den Cholesterinspiegel zu senken. Distel kann zur Senkung der Cholesterinwerte beitragen, denn es weist einen hohen Gehalt an Linolsäure und ungesättigten Fettsäuren vor.

Distelöl in der Küche

Distelöl schmeckt leicht herb und passt zu Salatdressings, Gemüsegerichten, Kartoffel, Reis und Nudeln. Das Öl sollte nicht zum Backen, Braten oder Frittieren genutzt werden. Durch Erhitzung gehen wertvolle Nährstoffe verloren. Die warmen Gerichte werden kurz vor dem Servieren mit Distelöl verfeinert.

Distelöl in Flasche

Distelöl Wirkung

Distelöl:

  • senkt den Cholesterinspiegel
  • hat eine blutreinigende Wirkung
  • wirkt stärkend auf das Herz-Kreislaufsystem
  • unterstützt die Zellerneuerung
  • stärkt das Immunsystem

Distelöl Nebenwirkungen

Besteht eine Überempfindlichkeit auf Gänseblümchen, kann Distelöl zu allergischen Reaktionen führen. Dies könnte bei einer regelmäßigen Einnahme Durchfall, Magenkrämpfe oder Erbrechen verursachen.

Distelöl sollte bei niedrigem Blutdruck nicht eingenommen werden, bzw. es sollte mit dem Arzt besprochen werden, ob eine Einnahme des Öls möglich und sinnvoll ist. Es kann zu einem massiven Abfall des Blutdrucks kommen, wenn Distelöl überdosiert wird.

Weiterhin sollten Betroffene einer Blutungsstörung über die Einnahme des Öls mit dem Arzt reden. Wird Distelöl zusammen mit Antikoagulantien, Nicht-steroidalen Schmerzmitteln oder Aspirin eingenommen, kann dies Blutungen auslösen.

Weil das Distelöl Kontraktionen des Uterus auslösen kann, sollten Schwangere auf die Einnahme des Öls verzichten.

Distelöl kaufen

Beim Kauf von Distelöl sollte darauf geachtet werden, dass es aus biologischem Anbau stammt und mittels Kaltpressverfahren gewonnen wurde. Ein hochwertiges Distelöl ist nicht raffiniert, hat einen milden nussigen Geschmack und eine klare, gelbliche Färbung.

Distelöl Studien

Es gibt bisher fast nur Studien aus dem Ausland. Zum Beispiel untersuchte die Ohio State University, ob Distelöl eine Wirkung auf den Zuckerspiegel hat. Dazu nahmen Patientinnen mit Diabetes Typ 2 täglich Distelöl ein. Das Ergebnis zeigte, dass eine tägliche Einnahme von acht Gramm zu einer Verbesserung des Zuckerspiegels führte und zudem die Probanden an Körpergewicht abnahmen. In anderen Studien konnte die positive Wirkung des Distelöls auf das Herz-Kreislaufsystem belegt werden.

Veröffentlichung
Zuletzt aktualisiert
Autoren
Quellen
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6071139/ (Abruf: 09.10.2019)
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2671116/ (Abruf: 09.10.2019)
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24672644 (Abruf: 09.10.2019)
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24093748 (Abruf: 09.10.2019)
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19260380 (Abruf: 09.10.2019)
  • https://opendata.uni-halle.de//handle/1981185920/7813 (Abruf: 09.10.2019)
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