Erdnussöl

Erdnussöl ist sehr reichhaltig an wertvollen Fettsäuren sowie an Vitamin E. Diese und weitere Inhaltsstoffe machen Erdnussöl zu einem gesunden Öl, das vor allem in der Küche Verwendung findet. Daneben eignet sich Erdnussöl zur Linderung der Beschwerden, die bei Hautproblemen wie Ekzemen, Neurodermitis oder Schuppenflechte auftreten.

Herstellung und Pflanze

Die Erdnusspflanze trägt den botanischen Namen „Arachis hypogaea“ und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Von der botanischen Seite gesehen ist die Erdnuss keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht. Die Pflanze ist einjährig und wächst aufrecht bis kriechend. Die Stängel werden bis 30 Zentimeter, manchmal auch bis 80 Zentimeter lang. Von Mai bis August erscheinen gelbe Blüten, die jeweils nur kurz blühen.

Die Erntezeit der Erdnüsse verläuft von Juli bis September. Dazu wird die komplette Pflanze gepflückt, denn die Früchte (Erdnüsse) befinden sich am Wurzelballen, von dem sie gelöst werden. Anschließend werden die Erdnüsse getrocknet, bis der Wassergehalt nur noch rund fünf Prozent beträgt. Dies dauert zwischen zwei und vier Wochen.

Der Fettgehalt muss etwa 45 Prozent betragen, um ein gutes Erdnussöl herzustellen. Dafür werden die Erdnüsse mittels Scheibenmühlen oder Riffelwalzen geschält und danach gereinigt. Für die Herstellung mittels Kaltpressung werden sie in Walzenstühlen zerkleinert und in sogenannten Schneckenpressen gepresst.

Im Presskuchen befinden sich noch Ölreste. Wird das Erdnussöl durch Extraktion hergestellt, wird dieser Restgehalt extrahiert. Bei extrahiertem Erdnussöl ist jedoch die Qualität stark gemindert und der nussige Geschmack ist nicht so intensiv wie beim kaltgepressten Erdnussöl.

Erdnüsse für Öl

Inhaltsstoffe

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Erdnusspflanze wird mittlerweile weltweit angebaut. Aufgrund der verschiedenen Bedingungen wie Bodenverhältnisse, Klima und ähnliches je nach Anbaugebiet, ist der Anteil der Inhaltsstoffe unterschiedlich. Beim Kauf von Erdnussöl sollte deshalb darauf geachtet werden, aus welchem Land die Erdnüsse stammen. Am besten gedeiht die Erdnusspflanze in warmen Gebieten. Der höchste Anteil der Inhaltsstoffe befindet sich somit in Erdnussöl aus Südamerika, Indonesien, Westafrika, Indien oder China.

In Erdnussöl sind diese Inhaltsstoffe enthalten:

  • Einfach ungesättigte Ölsäurereste (35 bis 70%)
  • Zweifach ungesättigte Linolsäurereste (13 bis 43%)
  • Arachinsäure (0,5 bis 3 %)
  • Lignocerinsäure (0,5 bis 3%)
  • Palmitinsäure (7 bis 16%)
  • Stearinsäure (1,3 bis 6,5%)
  • Behensäure (1 bis 5%)
  • Vitamine B1, D, E und K

Anwendungsmöglichkeiten

Erdnussöl findet vor allem als natürliches Mittel für die Pflege der Haut Anwendung. Auch bei Hautproblemen wie Ekzemen kann Erdnussöl verwendet werden. Außerdem eignet sich Erdnussöl als Speiseöl für die Küche.

Erdnussöl für die Haut

Da Erdnussöl pflegend auf gereizte, rissige oder trockene Haut wirkt, befindet sich das Öl in vielen Produkten für den medizinischen und kosmetischen Bereich. Die in Erdnussöl enthaltenen ungesättigten Fettsäuren, Linolsäure und Ölsäure sorgen für den pflegenden Effekt und glätten die Haut. Das Öl benötigt allerdings eine gewisse Zeit, um in die Haut einzuziehen.

Erdnussöl eignet sich außerdem für die Pflege von trockenen Augenwinkeln, trockenen Lippen und zum Stillen des Juckreizes bei trockener Haut.

Erdnussöl gegen Ekzeme und andere Hauterkrankungen

Mit Erdnussöl lassen sich auch die Beschwerden bei Ekzemen, Schuppenflechte oder Neurodermitis lindern. Das Öl verbessert das Hautbildet, spendet Feuchtigkeit und mildert den Juckreiz. Aufgrund der rückfettenden Wirkung füllt das Erdnussöl den Fettmantel der Haut wieder auf. Das Erdnussöl kann auch als pflegender Badezusatz genutzt werden. Die beste Wirkung eines Vollbads wird in Kombination mit einem dünnflüssigen Paraffin erzielt.

Basismittel Erdnussöl für Massageöle

Um von einem Massageöl zu profitieren, muss das Basisöl gleitfähig und hochwertig sein. Zudem sollte es langsam in die Haut einziehen. Diese Eigenschaften bringt Erdnussöl mit sich und deshalb eignet es sich hervorragend als Basisöl für Massageöle.

  1. Das Erdnussöl wird in eine Flasche aus dunklem Glas gefüllt. Solche Fläschchen bekommt man in der Apotheke.
  2. Wer möchte kann ätherische Öle hinzugeben: Man rechnet – in der Regel! – rund 15 Tropfen eines ätherischen Öls je 100 Milliliter Erdnussöl. Dabei kann entweder nur ein ätherisches Öl gewählt werden oder man mischt mehrere ätherische Öle. Weiter unten werden verschiedene ätherische Öle und deren Wirkung vorgestellt.
  3. Nun wird die Flasche verschlossen und kräftig geschüttelt, damit sich die ätherischen Öle mit dem Basisöl mischen.
  4. Das Massageöl sollte kühl und dunkel aufbewahrt werden.

Bei der Massage können die Wirkungen ätherischer Öle genutzt werden. Die angegebene Anzahl der Tropfen gilt jeweils pro 100 Milliliter Erdnussöl:

  • 8 Tropfen Orange heben die Stimmung an
  • 2 Tropfen Koriandersamen sorgen für einen belebenden Effekt auf die Sinne
  • 2 Tropfen Cardamom haben eine lindernde Wirkung bei nervösen Anspannung und beleben Körper und Geist
  • 8 Tropfen Limette wirken erfrischend und machen munter
  • 2 Tropfen Jasmin beleben die Sinne und haben einen wärmenden Effekt auf den Körper
  • 2 Tropfen Muskatellersalbei sorgt dafür, dass sich die Muskeln entspannen können
  • 5 Tropfen Lavendel wirken entspannungsfördernd und entzündungshemmend
  • 5 Tropfen Baldrian senken den Blutdruck, mildern Ängste und fördern den Schlaf

Da die Viskosität von Erdnussöl besonders gut ist, kann sparsam mit dem Massageöl umgegangen werden: Für eine Hautfläche von 0,1 Quadratmetern reichen zwei Tropfen aus.

Fuß-Maske zur Beseitigung von Hornhaut

Für die Herstellung von Massageölen oder Masken kann Erdnussöl als Basis genommen werden. Um Hornhaut an den Füßen zu beseitigen, kann das Öl mit einer Hautcreme gemischt und als Maske für die Füße verwendet werden. Das Erdnussöl weicht die Hornhaut ein, sodass sie sich leicht entfernen lässt. Dazu mischt man zwei Teile Creme mit einem Teil Öl und verteilt diese Maske auf die Füße, die anschließend mit einer Klarsichtfolie umwickelt werden. Nachdem die Maske rund zehn Minuten einwirken konnte, lässt sich die Hornhaut mühelos beseitigen.

Erdnussöl als Klistier bei Darmbeschwerden

Erdnussöl kann als Klistier verwendet werden, da es den Darm anregt und festen Kot weich macht, der sich im Enddarm befindet. Aufgrund des hohen Fettanteils wird gleichzeitig die Haut im Afterbereich gepflegt, sodass die Einführung des Klistiers schmerzlos geschieht.

Hinweis: Um Verkrampfungen zu vermeiden, sollte das Erdnussöl zwischen 38 und 40 Grad warm sein, wenn es in den Darm eingeführt wird. Bei geringeren Temperaturen kann das Öl zu stark reizend wirken.

Erdnussöl in der Küche

Der Rauchpunkt von Erdnussöl liegt mit etwa 230 Grad im hohen Bereich. Deshalb kann raffiniertes Erdnussöl zum Kochen, Frittieren, Grillen und Braten verwendet werden. Dies schmeckt besonders gut zu Speisen, die im Wok zubereitet werden.

Der Rauchpunkt von kalt gepresstem oder nativem Erdnussöl liegt nur bei rund 160 Grad. Dieses Öl ist nicht zum Erhitzen geeignet, sondern wird für kalte Speisen und Salate verwendet.

Der nussige Geschmack ist bei kaltgepressten bzw. nativem Erdnussöl sehr intensiv. In diesem Öl ist zudem der Nährstoffgehalt am höchsten. Der kräftige Geschmack ist besonders bei Öl aus Afrika und den USA vorhanden. Wer lieber ein Erdnussöl mit mildem Geschmack haben möchte, sollte zu raffiniertem Erdnussöl greifen.

Wirkung

  • Aufgrund des hohen Gehalts an Fettsäuren bringt und hält Erdnussöl den Cholesterinspiegel und den Blutdruck im Gleichgewicht.
  • Der hohe Anteil an Ölsäure wirkt sich positiv auf das Herz und die Gefäße aus.
  • Die günstige Zusammensetzung der Fettsäuren sorgt für eine Senkung des Blutcholesterinspiegels und somit für einen gesunden Blutfettspiegel.
  • Das Vitamin E im Erdnussöl schützt die Körperzellen vor freien Radikalen und stärkt die Abwehrkräfte. Der Gehalt an Vitamin E in Erdnussöl ist hoch: In 100 Gramm Öl befinden sich rund 23,4 Milligramm Vitamin E.
  • Aufgrund des Vitamin B1 wirkt das Erdnussöl auf eine reibungslose Funktion der Schilddrüse ein.

Nebenwirkungen

Menschen, die auf Erdnüsse allergisch reagieren, sollten auf Erdnussöl verzichten. Es kann zu allergischen Reaktionen kommen, da sich im Öl Eiweißreste befinden können. Liegt eine Allergie gegen Erdnüsse vor, sollte das Erdnussöl auch nicht auf die Haut auftragen oder als Badezusatz nutzen. Ebenso können sich die Haarfolikel entzünden.

Erdnussöl kaufen

Beim Kauf von Erdnussöl sollte auf Bio-Qualität geachtet werden, damit keine schädlichen Stoffe im Öl enthalten sind. Ein hochwertiges Erdnussöl würde durch Kaltpressung hergestellt und hat eine klare, hellgelbe Färbung. Dunkles oder trübes Öl ist oftmals bereits ranzig.

Veröffentlichung
Zuletzt aktualisiert
Autoren
Quellen
  • http://www.jrnlappliedresearch.com/articles/Vol8Iss3/216-225_SalesVol8No3.pdf (Abruf: 16.10.2019)
  • https://ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminE-HealthProfessional/ (Abruf: 16.10.2019)
  • https://www.healthline.com/nutrition/is-peanut-oil-healthy (Abruf: 16.10.2019)
  • https://www.anaphylaxis.org.uk/wp-content/uploads/2019/07/Peanut-Oil-2017.pdf (Abruf: 16.10.2019)
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10890036?dopt=Abstract (Abruf: 16.10.2019)
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