Herpes wird durch Viren verursacht und ist eine Infektionskrankheit, die weit verbreitet ist. Die Viren können bei einmaliger Infizierung unbemerkt im Körper bleiben und dies ein Leben lang. Bei geschwächtem Immunsystem kann es zu einem erneuten Ausbruch kommen. Die verschiedenen Herpes-Viren können unterschiedliche Krankheiten auslösen.

Frau mit Herpes an der LippeWas ist Herpes?

Bei Herpes handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die überwiegend durch zwei verschiedene Viren ausgelöst werden kann:

  1. Herpes-simplex-Virus 1 (HSV1) – Dieses Virus verursacht in erster Linie Lippenherpes (Herpes labialis) mit Herpesbläschen an den Lippen sowie an Ohren, Augen und anderen Bereichen im Gesicht. Die Übertragung geschieht hauptsächlich über Speichel.
  2. Herpes-simplex-Virus 2 (HSV2) – HSV2 löst vor allem Genitalherpes (Herpes genitalis) aus und wird in der Regel über Geschlechtsverkehr übertragen.

Generell können diese beiden Viren aber dieselben Krankheiten verursachen.

Weitere Herpes-Viren sind Verursacher anderer Erkrankungen, beispielsweise HHV3 löst Gürtelrose und Windpocken aus, HHV4 ist der Verursacher für das Pfeiffersche Drüsenfieber und HHV6/7 verursacht das Dreitagefieber.

Ansteckung mit Herpes-Viren

Wer sich einmal mit einem Herpes-Virus infiziert hat, wird diesen Virus sein Leben lang im Körper behalten. Durch bestimmte Umstände kann das Virus auch reaktiviert werden. Herpes ist eine ansteckende Krankheit, die von Mensch zu Mensch meistens durch Schmierinfektion übertragen wird. Die Übertragung geschieht über den Speichel zum Beispiel beim Küssen oder durch Geschlechtsverkehr. Das Risiko einer Ansteckung besteht jedoch bereits bei engem Körperkontakt. Somit ist eine Infizierung zum Beispiel auch möglich, wenn Kinder gemeinsam spielen.

Eine Ansteckung ist ebenso möglich, wenn sich die erkrankte Person an einer infizierten Körperstelle kratzt und die Viren dadurch an seine Finger gelangen. Des Weiteren besteht die Gefahr einer Übertragung durch Gegenstände, die vom Erkrankten benutzt wurden, beispielsweise beim Trinken aus einem Glas, aus dem die an Herpes erkrankte Person getrunken hat. Herpes-Viren können allerdings nur in feuchter Umgebung überleben. Sie sterben ab, wenn sie austrocknen. Außerhalb des Körpers können Herpes-Viren bis zu 48 Stunden überleben. Dadurch ist es möglich, dass die Viren per Tröpfcheninfektion übertragen werden, wenn man sich in der Nähe eines Menschen mit aktiver Herpeserkrankung aufhält. Der Speichel der Person ist bei Herpes der Lippen oder im Mund mit den Viren infiziert. Kleine Speicheltropfen gelangen durch Sprechen oder Niesen in die Luft und mitunter auf die Schleimhäute anwesender Personen.

Bei Herpes entstehen die bekannten Bläschen. In ihnen befindet sich eine Flüssigkeit, die Virenpartikel enthält. Eine Ansteckung ist lediglich möglich, wenn der Betroffene akut Bläschen hat. In diesem Stadium sollten die erkrankten Körperstellen nicht von anderen Personen berührt werden. Ebenso sollte man mit der kranken Person keine Gegenstände wie Tassen, Gläser, Geschirr oder Handtücher teilen. Die Herpes-Bläschen trocknen im Laufe einer Woche ab. Sobald sie komplett abgetrocknet sind, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr über die von Herpes erkrankten Areale.

Reaktivierung der Herpes-Viren

Nach der Primärinfektion (erste Ansteckung) vermehren sich die Herpes-Viren in Epithelzellen, die sich an der Oberfläche der Haut befinden. Das Immunsystem bekämpft zwar diese Viren, aber einige schaffen es entlang der Nervenfasern bis zu den Zellkörpern zu wandern. Dort sammeln sie sich in Nervenganglien und bleiben hier ein Leben lang, ohne vom Immunsystem bemerkt zu werden. Eine Ansteckung während des Ruhezustandes der Viren ist nicht möglich.

Kommt es  nun zur vorübergehenden oder dauerhaften Schwächung der Abwehrkräfte ist es möglich, dass ein paar Herpes-Viren zurück in die Epithelzellen gelangen. In diesen Zellen vermehren sich die Viren erneut und die typischen Herpes-Symptome treten auf. Die Reaktivierung der Herpes-Viren kann unterschiedlich oft geschehen. Einige Menschen leiden nach der Primärinfektion gar nicht mehr oder nur noch selten an Herpes und bei anderen tritt die Erkrankung mehrmals jährlich auf. Der HSV1 wird meistens nicht so oft reaktiviert wie der HSV2.

Symptome bei Herpes

Ein typisches Symptom sind die Herpes-Bläschen, die sich meistens im Gesicht und dort vor allem an den Lippen befinden. Es können aber auch andere Körperbereiche von Herpes befallen sein und somit die Bläschen zum Beispiel im Genitalbereich auftreten. Im eher seltenen Fall kann es zudem zu ernsthaften Komplikationen kommen. Des Weiteren kann sich die Primärinfektion von der Reaktivierung unterscheiden.

Herpes Symptome bei der Erstansteckung

Lippenherpes (HSV1) verläuft in der Regel zunächst mit unspezifischen Beschwerden und ohne äußere Anzeichen. Später treten Herpes-Bläschen an den Lippen oder an anderen Gesichtsstellen auf. Oft spüren die Betroffenen an den Stellen, an denen sich später die Bläschen bilden, ein Kribbeln, Juckreiz oder leichte Schmerzen. Neben den mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen ist die Haut an diesen Stellen gerötet und es können Hautschäden und Schwellungen auftreten. Die Bläschen platzen auf und verkrusten. In manchen Fällen bilden sich erneut Bläschen. In der Flüssigkeit der Bläschen befinden sich die Herpes-Viren, sodass diese ansteckend ist. Das Ausheilen und abtrocknen der Herpes-Bläschen kann bis zu zwei Wochen dauern.

Herpes genitalis (HSV2) kann mitunter starke Beschwerden hervorrufen. Hatte der Betroffene zuvor noch keinen Lippenherpes, ist die Reaktion des Immunsystems auf diesen von ihm nicht bekannten Virustyp oftmals sehr stark. Die betroffenen Geschlechtsteile schwellen innerhalb einiger Stunden bis Tage an. Dann entwickeln sich die Herpes-Bläschen großflächig innerhalb des Genitalbereichs sowie an den angrenzenden Hautarealen. Wurde das Virus über oralen oder analen Geschlechtsverkehr übertragen ist es möglich, dass die Symptome auch im Rachen oder Enddarm auftreten. Die betroffenen Körperstellen schmerzen und brennen. Häufig kommt es auch zur Anschwellung der Lymphknoten in der Leistengegend, das ebenfalls schmerzhaft ist. Betroffene, die zuvor noch kein HSV1 hatten, leiden oftmals zusätzlich unter Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber oder anderen allgemeinen Beschwerden. Bei der primären Infektion bleiben die Herpes-Bläschen häufig bis zu drei Wochen bestehen.

Herpes Symptome bei der Erstansteckung bei Kindern

Bei Kindern verläuft die Primärinfektion mit Herpes-Viren oft schwerer als bei Erwachsenen. Sie fühlen sich in der Regel ähnlich wie bei einer Grippe oder starken Erkältung und oft tritt auch hohes Fieber auf. Da die typischen Symptome von Herpes bei Kindern nicht unbedingt auftreten, wird die Erkrankung manchmal nicht erkannt, sodass von einem normalen Virusinfekt ausgegangen wird.

Bei Kindern gibt es eine Sonderform von Herpes, von der manchmal auch Erwachsene betroffen sind: Gingivostomatitis herpetica – auch als Mundfäule bezeichnet. Sie wird durch HSV1 ausgelöst und tritt meistens zwischen dem 10 Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr auf. In der Regel kommt es zunächst zu oft hohem Fieber, das fünf Tage andauern kann. Später schwillt das Zahnfleisch an und oft sind auch die Zunge, der Gaumen und manchmal die Lippen betroffen. An den Zungenwärzchen erscheinen weiße, kleine Punkte. Die Kinder spüren stark brennende Schmerzen und möchten nichts essen. Das angeschwollene Zahnfleisch hat eine blutrote Färbung und blutet manchmal etwas. Auch die Halslymphknoten schwellen an und es kommt zu vermehrtem Speichelfluss. Die Kinder riechen aus dem Mund stark säuerlich. Die Herpes-Bläschen trocknen nach ungefähr einer Woche ein.

In der Regel kommt es zu keinen Komplikationen. Allerdings kann der Verlauf in den ersten zwei Lebenswochen bei Neugeborenen sehr schwer sein und unter Umständen eine hämorrhagisch nekrotisierende Gehirnentzündung auslösen. Auch die Hornhaut des Auges kann geschädigt werden.

Herpes Symptome bei der Reaktivierung

Tritt Lippenherpes (HSV1) erneut auf, spürt der Betroffene zuerst ein Spannungsgefühl sowie Brennen und Jucken der Haut. Nach wenigen Stunden bis Tagen entwickeln sich die schmerzhaften Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.

Während die Symptome und Beschwerden bei der Primärinfektion mit HSV2 oft sehr stark sind, zeigen sie sich bei einer Reaktivierung meistens viel schwächer. Bevor sich die Herpes-Bläschen zeigen, spüren die Betroffenen Schmerzen in den betroffenen Bereichen. Dort entwickeln sich zahlreiche Bläschen, die in Gruppen angeordnet sind. Es kommt zu geschwollener und geröteter Haut oder Schleimhaut, wobei die betroffenen Bereiche stark brennen oder schmerzen können. Kopfschmerzen, Fieber oder andere allgemeine Krankheitsanzeichen treten bei der Reaktivierung eher selten auf. Andere Symptome beim Rezidiv sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Wasserlassen sowie glasiger Ausfluss.

Herpes Komplikationen und Sonderformen

Infektionen mit Herpes simplex treten in der Regel im Genitalbereich oder an den Lippen auf. Aber auch andere Körperbereiche können infiziert werden und mitunter kann es zu Komplikationen führen, besonders wenn das Gehirn betroffen ist oder eine Herpesinfektion im Auge vorliegt.

Herpes am Auge

Augenherpes stellt eine gefährliche Komplikation dar. Herpes am Auge kann verschiedene Bereiche des Auges betreffen.

Herpes-simplex-Keratitis

Eine Hornhautentzündung wird meistens durch Herpes-simplex-Viren verursacht. Daneben kommen auch Varizella-zoster-Viren als Verursacher in Frage. Hornhaut-Herpes wird entweder von außen übertragen oder durch eine Reaktivierung verursacht. Die Betroffenen leiden unter starken Schmerzen, geschwollenen Augenlidern und tränenden Augen. Meistens sind sie lichtscheu und eventuell tritt eine Sehverschlechterung auf. In der Regel ist nur ein Auge betroffen. Herpes-Keratitis kann zur Narbenbildung auf der Hornhaut und zur Hornhautverkrümmung führen. Diese Folgen können die Sehschärfe beeinträchtigen. Ebenso können als Komplikationen Katarakt (Grauer Star) oder Glaukom (Grüner Star) auftreten. Die Behandlung richtet sich danach, welche Hornhautschichten von Herpes-simplex-Keratitis betroffen sind. Dazu stehen unterschiedliche Tabletten oder Salben zur Verfügung, die das Virus hemmen.

Herpes-simplex-Retinitis

Diese Herpesform wird ausschließlich durch eine Reaktivierung ausgelöst. In dem Fall ist die Retina (Netzhaut) befallen und es besteht die Gefahr der Erblindung.

Herpes der Augenlider

Herpes der Lider kann durch äußere Übertragung ausgelöst werden, aber auch durch eine Reaktivierung verursacht werden. Unter anderem kommt es durch UV-Licht dazu, dass die Herpes-Viren wieder aktiviert werden und über die Nervenfasern an die Oberfläche der Haut wandern. Es ist ebenso möglich, dass Herpes der Lider von außen übertragen wird, beispielsweise wenn sich ein Betroffener an den befallenen Stellen kratzt und anschließend mit den Fingern über die Augen reibt. Bei der Primärinfektion haben die Betroffenen oft gar keine oder nur sehr leichte Symptome. Manchmal treten Erkältungssymptome, Schwächegefühle oder Fieber auf. Wurde Herpes der Augenlider durch eine Reaktivierung ausgelöst, spüren die Betroffenen ein kribbelndes Gefühl am Rand des Auges. Später bilden sich an den Augenlidern Bläschen, die in Gruppen angeordnet sind.

Herpes-simplex-Konjunktivitis

Hierbei handelt es sich um eine Bindehautentzündung, die durch Herpes-simplex-Viren ausgelöst wird. Dabei ist die Bindehaut gerötet und oftmals haben die Betroffenen das Gefühl, als hätten sie einen Fremdkörper im Auge. Auch können die Augenlider verkleben und die Augen jucken oder brennen. Zudem können sich Bläschen an den Augenlidern entwickeln.

Herpes der mittleren Augenhaut

Bei einer Herpes-assoziierten Uveitis ist die mittlere Augenhaut (Uvea) entzündet. Diese Entzündung wird vom Herpes-simplex-Virus ausgelöst und ist mit Schmerzen und Lichtscheue verbunden. Häufig ist auch die Hornhaut befallen, sodass es zu einer Verschlechterung der Sehkraft kommen kann. Falls das Trabekelwerk vom Auge betroffen ist, steigt der Augendruck an, weil das Kammerwasser nicht mehr gut abfließen kann. Als Folge davon kann sich ein Grüner Star entwickeln.

Herpes zoster (Gürtelrose)

Diese Herpesform ist als Gürtelrose bekannt und wird durch Varizella-Zoster-Viren verursacht. Die Primärinfektion führt zu Windpocken (Varizellen-Erkrankung). Auch die Varizella-Zoster-Viren bleiben nach der primären Infektion im Körper und können erneut aktiviert werden. Eine Reaktivierung löst in dem Fall eine Gürtelrose aus. Bei Herpes zoster kommt es zur Hautrötung mit Bläschen, die nach einigen Wochen austrocknen. Diese Hauterscheinungen treten nur an einer Körperseite auf und sind mit starken Schmerzen und Juckreiz verbunden. In der Regel heilt der Hautausschlag nach ungefähr vier Wochen ab. Als Komplikation kann es jedoch zur postherpetischen Neuralgie kommen, bei der auch nach Abheilung des Ausschlags bohrende oder brennende Schmerzen bestehen bleiben können. Diese Schmerzen werden durch Berührung und Wärme verstärkt und können mitunter ein paar Jahre anhalten.

Herpes-Enzephalitis

Herpes-simplex-Virus1 kann eine Gehirnentzündung auslösen. Haben sich die Viren im Gehirn ausgebreitet, besteht Lebensgefahr. Bei Herpes-Enzephalitis leiden die Betroffenen anfangs an Kopfschmerzen und starker Übelkeit mit Erbrechen. Im weiteren Verlauf kann es zu Geruchsstörungen, Verwirrtheitszuständen und epileptischen Anfällen kommen. Schließlich fallen die Betroffenen ins Koma. Wird diese Herpesform nicht behandelt, endet sie beim überwiegenden Teil der Betroffenen tödlich.

Generalisierter Herpes simplex

Bei der generalisierten Herpesform sind die Viren in die Blutbahn gelangt und es kommt zur übermäßigen Vermehrung, welche zu einer Blutvergiftung mit Herpes-simplex-Viren führt. Diese Komplikation tritt in der Regel nur bei Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem auf, beispielsweise durch eine Organtransplantation oder Chemotherapie.

Herpes in der Schwangerschaft

Ist die werdende Mutter von Herpes betroffen, kann dies mitunter für das Kind gefährlich werden. Durch die Hormonveränderung in der Schwangerschaft kann es zu einer Reaktivierung der Herpes-simplex-Viren kommen. Die Viren können transplazentär (über den Mutterkuchen), intrapartal (während der Geburt) oder postpartal (kurz nach dem Geburtsvorgang) auf das Kind übertragen werden. Meistens geschieht die Infektion während der Geburt. Befinden sich die Viren im Blutkreislauf der werdenden Mutter, kann die Ansteckung über den Mutterkuchen geschehen – wobei dieser Übertragungsweg eher selten vorkommt. Bei einer Herpesinfektion mit Genitalherpes ist es möglich, dass die Viren über die Vagina an das Kind in der Gebärmutter übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt aber in dem Fall erst bei Öffnung des Muttermundes, also nach dem Blasensprung.

Leidet die Schwangere an aktivem Genitalherpes, ist das Risiko groß, dass sie ihr Baby während der Geburt ansteckt. Weil das Immunsystem von Neugeborenen noch nicht komplett entwickelt ist, ist die Gefahr der Übertragung auch nach der Geburt sehr hoch.

Herpes neonatroum (Herpes bei Neugeborenen)

Herpes ist für Neugeborene eine ernsthafte Krankheit, denn das noch nicht voll ausgebildete Immunsystem führt oftmals zu einer starken Vermehrung der Viren, die sich unter Umständen im gesamten Körper ausbreiten können. Bis sich erste Symptome beim Kind zeigen, können Tage oder Wochen vergehen. Häufig bleibt es nicht beim Befall eines kleinen Bereiches, sondern meistens ist er breitflächig über die gesamte Körperoberfläche und die Schleimhäute verteilt. Dann wird von einem generalisierten oder disseminierten Befall gesprochen.

Auf der Haut entwickeln sich überall Herpes-Bläschen. Sie platzen nach einiger Zeit auf und lassen Hautgeschwüre zurück. Ist das Auge von Herpesviren befallen, kommt es zur Hornhautentzündung und –eintrübung. In manchen Fällen geht die Infektion auf das Innere des Auges über. Dies kann zur Erblindung führen. Weiterhin treten eher unspezifische Krankheitssymptome wie starke Erschöpfung, Nahrungsverweigerung, Erbrechen oder Fieber auf.

Die Herpesinfektion bei Neugeborenen ist deshalb so gefährlich, weil es nur bei rund fünfzig Prozent der Betroffenen beim Befall von Haut und Augen bleibt. Oft werden die inneren Organe oder auch das zentrale Nervensystem befallen, was eine Blutvergiftung zur Folge haben kann. Geht das Virus auf das Gehirn über, kommt es zu Herpes-simplex-Enzephalitis. Diese Hirnentzündung ist häufig mit Krampfanfällen verbunden und endet für das Neugeborene oftmals tödlich.

Wird das Herpes-Virus über den Mutterkuchen übertragen, ist die Folge oft eine schwere Komplikation. Zum Beispiel kann dies eine Fehlgeburt auslösen oder zu Missbildungen des Fötus führen.

Herpes Ursachen für eine Reaktivierung

Bei HSV1 und HSV2 handelt es sich um ein DNA-Virus, das oft schon in der Familie während der Kindheit übertragen wird. Eine Ansteckung von Mensch auf Tier oder Tier auf Mensch besteht in der Regel nicht, da sich das Virus auf seinen Wirt spezialisiert. Die Übertragung erfolgt in erster Linie über die Flüssigkeit, die sich in den Herpes-Bläschen befindet. Deshalb ist davon abzuraten, die Bläschen aufzustechen. Wie bereits beschrieben bleiben die Viren nach der Primärinfektion im Körper des Betroffenen. Verschiedene Ursachen können zu einer Reaktivierung der Herpes-Viren führen, sodass die Erkrankung erneut ausbricht. Unter anderem können folgende Gründe die Viren reaktivieren:

  • Starke Einstrahlung von UV-Licht
  • Hormonveränderungen
  • Erkältung
  • Grippaler Infekt
  • Körperlicher Stress
  • Seelischer Stress
  • Chemotherapeutika, Cortison und andere Medikamente
  • HIV
  • Verletzungen

Herpes Diagnose

Der Arzt erkennt in den meisten Fällen Herpes anhand der Symptome und der Krankheitsgeschichte durch eine Blickdiagnose. In manchen Fällen muss aber eine Identifizierung des Erregers im Labor stattfinden. Mit folgenden Methoden wird entweder überprüft, ob das Virus gegen manche Medikamente resistent ist oder ob andere, ähnliche Krankheiten ausgeschlossen werden können.

Polymerase-Kettenreaktion (PCR)

Mit diesem Verfahren können die Herpes-Viren sehr treffsicher nachgewiesen werden. Dazu wird die Viren-DNA künstlich im Labor vermehrt, sodass sich das Erbgut der Herpes-Viren nachweisen lässt.

Antigen-Bestimmung

Bei dieser Methode werden Antigene des Herpes-Virus nachgewiesen. Antigene sind kleine Bauteile, die vom Immunsystem zur Bildung von Antikörpern angeregt werden. Oft handelt es sich bei Antigenen um Fremdstoffe, beispielsweise Bakterien- oder Virenbestandteile. Mit einem Test ist es möglich, die Antigene von Herpes-Viren zu erkennen.

Serologie

Bei diesem Verfahren handelt es sich um die Bestimmung von Antikörpern. Antikörper werden vom gesunden Immunsystem gebildet, wenn der Körper mit Krankheitserregern befallen wird. Sie sind von Bedeutung, da sie das Immunsystem dabei unterstützen, die Erreger zu zerstören. Können bestimmte Antikörper nachgewiesen werden, kann dies auf eine Infektion mit Herpes-Viren hindeuten. Allerdings ist die Serologie nicht immer ganz genau, denn oft finden sich bei mit Herpes infizierten Personen, die ein schwaches Immunsystem haben, keine Antikörper von Herpes.

Herpes Behandlung

Zur Behandlung von Herpes stehen eher wenige Medikamente zur Verfügung, die möglichst früh eingesetzt werden sollten, damit der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann. Diese Medikamente enthalten antivirale Wirkstoffe. Daneben erhalten die Betroffenen auch in manchen Fällen Schmerzmittel. Standardmäßig werden Virustatika verschrieben, die gegen unterschiedliche Herpes-Typen helfen. Diese Arzneimittel werden aber ebenfalls bei anderen Viruskrankheiten eingesetzt. Die Wirkstoffe bekämpfen die Symptome und reduzieren die Vermehrung der Viren.

Zu den häufig angewendeten Wirkstoffen gehören unter anderem Valaciclovir, Penciclovir, Aciclovir, Valganciclovir und Ganciclovir. Ebenso kann mit Zinksulfat oder Brivudin Herpes therapiert werden. Foscarnet ist eine Alternative, wenn Resistenzen gegen oben genannte Wirkstoffe aufgetreten sind. Diese Wirkstoffe hemmen die Vermehrung der Viren, zerstören sie aber nicht. Bisher stehen keine Medikamente zur Verfügung, die Herpes-Viren zerstören könnten.

Andere Medikamente bekämpfen die Symptome oder reduzieren die Virenverbreitung. Dazu werden antiseptische, schmerzlindernde oder antientzündliche Arzneimittel eingesetzt. Einige Mittel beschleunigen die Ablösung der Krusten und andere haben einen kühlenden Effekt.

Mögliche Resistenzbildung durch Medikamentenbehandlung

Antivirale Medikamente werden zur Behandlung von Herpes-simplex, aber ebenso von Herpes-Zoster, Pfeifferschen Drüsenfieber oder anderen Erkrankungen mit Herpes sowie von weiteren Viruskrankheiten eingesetzt. Dies kann dazu führen, dass die Herpes-Viren resistent gegenüber diesen Wirkstoffen werden. Deshalb ist es zu empfehlen, verantwortungsbewusst mit der Medikamentenbehandlung umzugehen. Bei Lippenherpes beispielsweise ist es häufig nicht notwendig, die Erkrankung zu behandeln, denn sie heilt meistens von selbst ab. Ist eine Resistenz gegen die Wirkstoffe eingetreten, kann es bei anderen Herpesformen oder Komplikationen gefährlich werden, denn die Standardmedikamente schlagen dann nicht  mehr an.

Darauf ist bei einer aktiven Herpes-Erkrankung zu achten

Als Betroffener einer aktiven Herpes-Erkrankung sollte auf folgende Dinge geachtet werden, damit das Risiko der Ansteckung oder Verbreitung der Viren reduziert wird:

  • Achten Sie darauf, die infizierten Bereiche nicht zu berühren.
  • Sobald Sie die infizierten Stellen berührt haben, sollten Sie sich sofort Ihre Hände waschen.
  • Bei HSV1 sollten Sie Gegenstände wie Handtücher, Besteck, Geschirr, Gläser nicht mit anderen Menschen teilen.
  • Körper- und Hautkontakt mit anderen Menschen sollte vermieden werden – dazu gehört auch das Küssen anderer Personen.
  • Stechen Sie die Herpes-Bläschen nicht auf, denn durch die austretende Flüssigkeit kann sich das Virus verbreiten. Ebenso können sich andere Personen aufgrund der austretenden Flüssigkeit infizieren.
  • Trocknen die Bläschen aus und haben sich Krusten gebildet, sollten Sie die Krusten nicht entfernen.
  • Als Träger von Kontaktlinsen besteht die Gefahr einer Übertragung der Viren in die Augen. Deshalb sollten Sie statt der Kontaktlinsen eine Brille tragen, bis der Ausbruch der Herpes-Viren beendet ist.

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