Verbrennungen können in unterschiedlichem Ausmaß auftreten. Die Tiefe der Schädigung hängt von der Höhe der Temperatur ab und von der Dauer der Einwirkung der Hitze. Verbrennungen werden in vier verschiedenen Grade eingeteilt.

Verbrennungs Grade

Je nach Intensität der Hautschädigung erfolgt die Einteilung der Verbrennung in Grade:

Verbrennung 1. Grades

Zu einer Verbrennung 1. Grades gehört unter anderem der Sonnenbrand. Hierbei ist die Haut oberflächlich und durch eine Temperatureinwirkung von mehr als 45 Grad verbrannt.

Verbrennung 2. Grades

Die Haut ist entweder oberflächlich oder tief verbrannt und zusätzlich bilden sich häufig Blasen. Die Verbrennung 2. Grades wird in Typ 2a und Typ 2b gegliedert. Bei Typ 2a heilt die Verbrennung komplett aus, während die Verbrennungen von Typ 2b Narben hinterlassen können.

Verbrennung 3. Grades

Die Verbrennung dritten Grades entstanden durch Temperaturen von über sechzig Grad. Bei diesen Verbrennungen ist die Unterhaut geschädigt und die Nerven sind zerstört, sodass die Betroffenen in der Regel keine Schmerzen empfinden.

Verbrennung 4. Grades

Die Ursache für Verbrennungen vierten Grades sind meistens Starkstrom oder offenes Feuer. Die Haut ist komplett zerstört und es bestehen Schädigungen an Muskeln, Nerven und oftmals auch an den Knochen.

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Ursachen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für eine Verbrühung oder Verbrennung:

  • Wasserdampf oder heiße Flüssigkeit
  • Einwirkung von Flammen
  • Backofen, Herdplatte oder andere starke Hitzequellen
  • Strahlungen durch Solarium, Sonne, Röntgen oder Bestrahlungstherapie
  • Elektrischer Strom
  • Verbrennungen durch Kontakt mit heißen Metallen

Symptome

Die Symptome hängen vom Grad der Verbrennung ab:

  • Bei Verbrennungen ersten Grades kommt es zu schmerzhaften Hautrötungen. Manchmal treten Schwellungen auf.
  • Bei Verbrennungen zweiten Grades, Typ 2a, zeigen sich Blasen, die geschlossen sind und beim aufreißen nässen. Dabei ist die Wunde schmerzempfindlich.
  • Bei Verbrennungen zweiten Grades, Typ 2b zerreißen die Blasen und der Untergrund ist weiß. Die Schmerzen sind von geringerer Intensität, als bei Typ 2a.
  • Bei Verbrennungen dritten Grades ist die Haut zerstört und sehr berührungsempfindlich. Zudem kommt es zu einer lederartigen Verdickung und Trockenheit.
  • Bei Verbrennungen vierten Grades ist die Haut verkohlt und schwarz verfärbt. Ebenso sind Beschädigungen an Muskeln, Gelenken, Sehnen und Knochen entstanden.

Diagnose

Der Arzt möchte zunächst die Vorgeschichte wissen und welche Ursache zur Verbrennung geführt hat. Zudem wird er sich natürlich die Wunde anschauen, wobei das Ausmaß häufig erst nach zwei oder drei Tagen erkennbar ist, da es zum Nachbrennen kommen kann (die Hitzeschädigung schreitet dann weiterhin voran).

Weiterhin sind Bewusstseinslage, Befinden, Herz-Kreislauffunktion und Atmung des Patienten ausschlaggebend für die Diagnose.

Wurde heißer Dampf eingeatmet, wird eine Bronchoskopie und /oder eine Röntgenuntersuchung der Lunge durchgeführt.

Untersuchungen des Ohrenarztes oder Augenarztes erfolgen bei Verbrennungen im Gesicht.

Behandlungsmöglichkeiten

Sofortmaßnahmen am Ort des Unfalls sind sehr wichtig und als oberstes Gebot für die Helfer gilt: Ruhe bewahren. Die erste Maßnahme ist die Kühlung mit Wasser der betroffenen Stelle, allerdings sind dabei wesentliche Punkte zu beachten:

  • Die Temperatur des Wassers darf nicht unter zwanzig Grad sein, da ansonsten die Gefahr einer Unterkühlung besteht
  • Zum Kühlen darf auf keinen Fall! Eiswasser oder Eis verwendet werden, denn dies könnte Erfrierungen der Haut bewirken!
  • Bei kleinflächigen Verbrennung wird solange gekühlt, bis die Schmerzen verschwinden oder zumindest zurückgehen. Es darf aber maximal zwanzig Minuten gekühlt werden (Unterkühlungsgefahr).
  • Bei großflächigen Verbrennungen darf nicht fortlaufend gekühlt werden!
  • Körper und Kopf von Kindern dürfen nicht gekühlt werden!
  • Sind Verbrennungen auf beiden Beinen oder beiden Armen entstanden, muss abwechselnd gekühlt werden (nicht beide Beine oder beide Arme gleichzeitig kühlen)
  • Ist der Betroffene bewusstlos, darf gar nicht gekühlt werden
  • Sollte die Kleidung festgebrannt sein, sollte man sie nicht entfernen und dies dem Arzt überlassen
  • Bei starken Verbrennungen wird der Betroffene mit Decken umhüllt. Im Erste-Hilfe-Kasten befindet sich eine Rettungsdecke, die als Unterlage verwendet wird.

Die Behandlungsmöglichkeiten von Verbrennungen verlaufen je nach Verbrennungsgrad unterschiedlich:

  • Bei Verbrennungen ersten Grades reicht es in der Regel aus, die betroffenen Stellen mit einer Salbe zu behandeln.
  • Die Therapie bei Verbrennungen zweiten Grades, Typ 2a, besteht aus Wundschutz, damit sich keine Infektion entwickeln kann. Dazu werden desinfizierende Verbände angelegt. Außerdem wird die betroffene Körperstelle ruhiggestellt und gegen die Schmerzen Schmerzmittel verabreicht.

Bei Verbrennungen zweiten Grades, Typ 2b, sowie dritten und vierten Grades zielt die Behandlung ebenfalls auf desinfizierende Maßnahmen ab. Bei tieferen Schädigungen der Haut müssen die Hautbereiche operativ versorgt werden und dies ist nur stationär möglich. Bei sehr schweren und großflächigen Verbrennungen kann es unter Umständen notwendig werden, die Betroffenen ins künstliche Koma zu versetzen. Zudem werden zum Wundverschluss Hautverpflanzungen vorgenommen. Diese Wunden einer Hauttransplantation verheilten bei kleinen Verbrennungen in der Regel nach spätestens drei Wochen. Bei größeren Verbrennung kann die Therapie manchmal Monate dauern.

Zudem sind ab dem zweiten Verbrennungsgrad Nachbehandlungen notwendig. Bei Verbrennungen zweiten Grades vom Typ 2a werden fettende Salben aufgetragen, sobald die Heilung beginnt. Die betroffenen Hautstellen sollten noch ein halbes bis ganzes Jahr vor Sonneneinwirkung geschützt werden.

Bei Verbrennungen zweiten Grades, Typ 2b, dritten und vierten Grades muss häufig nach einem operativen Eingriff Kompressionswäsche getragen werden. Dadurch reduziert sich das Risiko für Narbenbildung. Transplantierte Haut muss täglich eingefettet werden. Zudem gilt es auch hier, die betroffenen Hautregionen nicht der Sonneneinstrahlung auszusetzen.

Bei Narbenbildung oder bei Funktionsstörungen von Gelenken kann die plastische Chirurgie weiterhelfen. Es stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, beispielsweise Korrekturoperationen, Laserbehandlungen oder Spezialanfertigungen von Hilfsmitteln.

Hausmittel bei leichten Verbrennungen

  • Bei leichten Verbrennungen, also bei Verbrennungen ersten Grades, können Hausmittel angewendet werden. Bei allen anderen Graden sollte auf Hausmittel und Eigenbehandlung verzichtet werden, denn diese Verbrennungen bedürfen ärztliche Behandlung.
  • Bei leichten Verbrennungen sollte die betroffene Hautregion gekühlt werden. Dies kann mit kaltem Wasser geschehen. Vorsicht: Eiswürfel oder Eiswasser eignen sich nicht für die Behandlung von leichten Verbrennungen!
  • Bei geschlossenen Brandblasen wirken Quark oder Naturjoghurt kühlend und schmerzlindernd. Dafür werden Joghurt oder Quark vorsichtig auf die betroffenen Hautareale gestrichen.
  • Gekühlt werden kann auch mit einem in Sauerkrautsaft getränktes Baumwolltuch, das auf die verbrannte Stelle gelegt wird.
  • Ein weiteres gutes Hausmittel ist das bestreichen von leichten Verbrennungen mit Manuka Honig. Mehr zu dem unter www.manuka-neuseeland.info

Verlauf

Der Verlauf der Verbrennung hängt vom Verbrennungsgrad und von der Größe der betroffenen Hautfläche. Sind über fünfzehn Prozent der Haut eines Erwachsenen verbrannt und sind über zehn Prozent der Haut eines Kindes verbrannt, ist dies ein lebensbedrohlicher Zustand. Kommt ein Inhalationstrauma hinzu, gilt die Verbrennung bei Erwachsenen als lebensbedrohlich, wenn über 7,5 Prozent der Haut verbrannt sind und bei Kindern bei mehr als fünf Prozent verbrannter Haut.

Der Verlauf und die Prognose richten sich also nach Verbrennungsausmaß und Alter. Zudem hängt der Verlauf des Heilungsprozesses davon ab, ob Vorerkrankungen bestehen. Zum Beispiel kommt es bei Diabetes mellitus oftmals zu Wundheilungsstörungen.

Vorbeugung

In vielen Fällen lassen sich Verbrennungen durch Sicherheitsmaßnahmen vorbeugen. Gerade bei Kleinkindern muss stets vorausschauend gedacht werden. Verbrühungen oder Verbrennungen bei kleinen Kindern entstehen meistens, weil die Kinder an eine heiße Backofentüre oder auf eine heiße Herdplatte fassen oder ein Behältnis mit einer heißen Flüssigkeit vom Tisch oder vom Schrank ziehen oder aus Versehen umwerfen. Das Risiko lässt sich reduzieren, indem das Kind vor Gefahrenquellen abgeschirmt wird. Zum Beispiel lässt sich eine Herdumrandung anbringen, damit das Kind nicht auf die Herdplatten fassen kann und auch keine Gefäße mit heißer Flüssigkeit vom Herd ziehen kann. Stehen heiße Getränke auf dem Tisch, sollte das Kleinkind nicht unbeaufsichtigt in diesem Raum bleiben.

Die meisten Verbrühungen oder Verbrennungen von Erwachsenen passieren im Haushalt oder in der Freizeit und dort durch Unachtsamkeit. Man ist sozusagen nicht bei der Sache und mit den Gedanken woanders. So ist es schnell passiert, dass mit den bloßen Händen an einen heißen Topf oder an das heiße Backblech gefasst wird. Eine präventive Maßnahme wäre es sich anzugewöhnen, stets den Fokus auf das zu richten, womit man gerade beschäftigt ist.

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