Bei Osteoporose (Knochenschwund) handelt es sich um eine chronische Krankheit, bei der die Knochenmasse im Verlaufe der Erkrankung abnimmt. Dadurch wird das Skelett instabil, die Knochen werden porös und die Gefahr für Frakturen steigt an. Von Osteoporose können sowohl einzelne Knochen als auch das komplette Skelett betroffen sein.

Ursachen

Es wird zwischen der primären und sekundären Osteoporose unterschieden. Die Mehrheit der Betroffenen von Knochenschwund leiden unter der primären Osteoporose, die entweder mit dem Klimakterium beginnt (postmenopausale Osteoporose) oder ab dem siebzigsten Lebensjahr (Altersosteoporose).

Die sekundäre Osteoporose entsteht durch eine langfristige Einnahme von Medikamenten, beispielsweise von Kortison; als Folge einer anderen Krankheit (unter anderem durch Diabetes mellitus, Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion) oder durch übermäßigen Konsum von Nikotion oder Alkohol.

Es gibt ein paar Faktoren, die das Risiko für Knochenschwund erhöhen:

  • Rauchen
  • Medikamente wie Antidepressiva, Antiepileptika und Kortison
  • Untergewicht
  • Ein Mangel an Vitamin D und Calcium
  • Verschiedene Krankheiten wie Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis, Funktionsstörungen der Nieren, Morbus Crohn
  • Bei jungen Frauen oder Mädchen kann ein Östrogenmangel zu Osteoporose führen
  • Bewegungsmangel
  • Genetische Faktoren
Achtung

Frauen sind häufiger von Osteoporose betroffen als Männer.

Symptome

Solange eine geringe Minderung der Knochenmasse besteht, treten in der Regel noch keine Symptome auf. Mit der Zeit kommt es zu sogenannten Spontanfrakturen: Knochenbrüche, die keine erkennbare Ursache haben.

Nach einer Fraktur treten meistens Schmerzen auf, so dass Bewegungen oftmals nicht mehr möglich sind. Bei Osteoporose brechen am häufigsten die Wirbelkörper. Solch ein Wirbelbruch ist sehr schmerzhaft, aber da die Rückenschmerzen plötzlich einschießen, gehen die Betroffenen von einem Hexenschuss oder von Ischias aus.

Wirbelkörperfrakturen machen sich langfristig durch eine verkrümmte Lendenwirbelsäule, einen Rundrücken und eine Minderung der Körpergröße um einige Zentimeter bemerkbar. Schreiten diese Veränderung weiter voran, können die unteren Rippen direkt mit dem Beckenkamm in Kontakt kommen, sodass starke Schmerzen entstehen. Die Betroffenen nehmen aufgrund der Schmerzen eine Schonhaltung ein und diese zieht schmerzhafte Verspannungen der Muskulatur nach sich.

Knochenschwund Erklärung (Osteoporose)

Diagnose

Für die Diagnose wird zunächst eine Anamnese durchgeführt, bei der es um eventuelle Vorerkrankungen  und das genaue Beschwerdebild geht. Nach dem Gespräch wird der Betroffene körperlich untersucht.

Besteht der Verdacht nach der Anamnese und der körperlichen Untersuchung auf Osteoporose, werden weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise:

  • Messung der Knochendichte
  • Computertomografie
  • Röntgenuntersuchung

Auf dem Röntgenbild sind allerdings erst Veränderungen an der Knochenstruktur zu sehen, wenn die Osteoporose bereits fortgeschritten ist. Im Frühstadium lässt sich dies mittels Röntgenbild nicht erkennen.

Um andere Krankheiten ausschließen zu können, wird häufig eine Blutuntersuchung durchgeführt. Selten wird eine Knochenprobe entnommen. Dies ist in der Regel nur dann der Fall wenn vermutet wird, dass ein Tumor hinter den Beschwerden stecken könnte.

Behandlung

Die Behandlung von Osteoporose hat als vorrangiges Ziel die Beeinflussung des Knochenstoffwechsels, damit weitere Frakturen verhindert werden können. Bei bereits aufgetretenen Knochenbrüchen werden diese akut versorgt und Schmerzen gelindert.

Bleibt Osteoporose unbehandelt, wird der Knochenschwund stetig fortschreiten und die Knochen werden immer brüchiger und instabiler. Die Therapie sollte demnach so früh wie möglich begonnen werden.

Die Behandlung ist in der Regel eine Kombination verschiedener Maßnahmen:

  • Bei Untergewicht wird eine Gewichtszunahme notwendig und das Normalgewicht angestrebt
  • Wichtig ist die Versorgung mit Vitamin D und Calcium.
  • Eventuell Medikamente, wie Bisphosphonate, durch die die Knochendichte wieder zunimmt oder Antiöstrogen um das Risiko für Frakturen der Wirbelkörper zu reduzieren
  • Calcitonin wird dann eingesetzt, wenn andere Maßnahmen nicht zum Erfolg führten. Dieses körpereigene Hormon stoppt den Abbau der Knochen und lindert die Schmerzen.
  • Bei Beschwerden in den Wechseljahren kann eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen in Erwägung gezogen werden, wenn ein hohes Knochenbruch-Risiko besteht.

Bewegung und Sport sind sehr empfehlenswert, da der Knochenstoffwechsel von körperlichen Aktivitäten positiv beeinflusst wird. Menschen, die Sport treiben, sind eher selten von Osteoporose betroffen. Bei Knochenschwund sind Sportarten wie Krafttraining, Walking, Tai-Chi und Gymnastik geeignet.

Verlauf

Mit vorbeugenden Maßnahmen und einer rechtzeitigen Behandlung lässt sich der Verlauf von Osteoporose positiv beeinflussen. Das heißt, man kann der Entwicklung von Knochenschwund entgegenwirken und ebenso das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen.

Bleibt eine Osteoporose jedoch unbehandelt, ist der Verlauf fortschreitend und es kann zu folgenden Veränderungen kommen:

  • Abnahme der Körpergröße
  • Bildung eines Rundrückens
  • Knochenschmerzen
  • Knochenbrüche

Im fortgeschrittenen Stadium ist der Knochenschwund mit Bewegungseinschränkungen und Dauerschmerzen verbunden. Werden keine Gegenmaßnahmen getroffen kann es sein, dass im weiteren Verlauf ein Leben ohne Hilfe nicht mehr möglich ist.

Durch die geringer werdende Knochendichte ist das Risiko für Knochenbrüche höher. So kommt es im fortgeschrittenen Verlauf bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose (Knochenschwund, der durch die Menopause entsteht) oftmals zu Wirbelkörperbrüchen. Bei der Altersosteoporose treten häufig Oberschenkelhalsbrüche auf.

Vorbeugung

Mit einer ausgewogenen Ernährung, genügend Bewegung und einem gesunden Lebensstil lässt sich Osteoporose vorbeugen.

Ernährung und Lebensstil

Bei der Ernährung ist vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D zu achten. Die empfohlene Tagesmenge an Calcium liegt zwischen 1000 und 1500 Milligramm. Manchmal reicht es nicht aus, mit calciumhaltigen Nahrungsmitteln den Bedarf zu decken. Dann sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, ob und welche Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden sollten.

Vitamin D bildet sich durch Tageslicht. In Ländern wie Deutschland kommt es oftmals in der kalten Jahreszeit zu einem Vitamin-D-Mangel. Der Bedarf wird jedoch schon gedeckt, indem man sich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde im Freien aufhält.

Bei der Ernährung spielt zudem die ausreichende Menge an Kalorien eine Rolle für das Risiko von Osteoporose. Oft nehmen junge Frauen wenige Kalorien auf, damit sie schlank bleiben. Aber: Bei einem Untergewicht in jungen Jahren ist später mit einem höheren Risiko für Knochenschwund zu rechnen.

Osteoporose wird durch Nikotin und Alkohol begünstigt, sodass als vorbeugende Maßnahmen auf den Konsum von Alkohol und Tabak weitgehend verzichtet werden sollte.

Bewegung

Mit regelmäßiger Bewegung wird die Neubildung von Knochenzellen angeregt und somit baut sich Knochenmasse auf – eine gute Vorbeugung für Osteoporose. Besonders empfehlenswert sind Krafttraining, Bergwandern, Rudern und Klettern. Bei diesen Sportarten wird der Knochenstoffwechsel angekurbelt, sodass sich neue Knochenzellen bilden können.

Der Knochenstoffwechsel wird zwar durch Joggen, Walking oder andere Ausdauersportarten nicht so gut angekurbelt wie beim Krafttraining, aber dennoch sind diese Bewegungsformen gut für die Knochen.

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