Pilzinfektionen (Mykosen) gehören zu den häufigsten Infektionserkrankungen weltweit. Mykosen können oberflächlich und lokal auftreten (Nägel, Schleimhäute und Haut). Ebenso gibt es systemische Pilzinfektionen im Innern des Körpers.

PilzinfektionOberflächliche und lokale Mykosen

Bei diesen Pilzinfektionen sind die Haut, die Schleimhäute oder die Nägel betroffen. Hervorgerufen werden diese Infektionskrankheiten von Hefepilzen oder von Dermatophyten. In den meisten Fällen kommen diese Mykosen als Nagelpilz, Fußpilz oder Scheidenpilz vor.

Systemische Mykosen

Systemische Pilzinfektionen breiten sich über den Blutkreislauf im Organismus aus. Bei diesen Mykosen werden innere Organe befallen. Zum Beispiel:

  • liegt bei der Histoplasmose ein Befall der Lunge vor
  • sind Lunge, Ohren oder Haut bei der Aspergillose befallen
  • sind bei der Kryptokokkose die Hirnhaut und die Lunge betroffen

Systemische Pilzinfektionen treten jedoch selten auf und meistens sind die Menschen betroffen, deren Abwehrsystem geschwächt ist. Diese Infektionen werden von Schimmelpilzen oder Hefepilzen verursacht und sind lebensbedrohlich.

Verschiedene Pilzgattungen

Für die Behandlung einer Mykose ist es wichtig, dass die Pilzgattung bestimmt wird. Der Verlauf und die Ansteckungsfähigkeit sind je nach Pilzart unterschiedlich.

Dermatophyten

Bei Dermatophyten handelt es sich um Fadenpilze, die oberflächliche Infektionen verursachen.

Hefepilze

Hefepilze können sowohl eine lokale und oberflächliche als auch eine systemische Mykose verursachen. Lokal tritt eine Infektion mit Hefepilzen meistens an den Schleimhäuten und auf der Haut auf. Systemische Infektionen befallen innere Organe. Eine systemische Mykose mit Hefepilzen kommt häufig als Candidose, Scheidenpilz oder Soor vor.

Schimmelpilze

Auch Schimmelpilze sind Fadenpilze. Sie führen größtenteils zu systemischen Mykosen und eher selten zu oberflächlichen Pilzinfektionen.

Ursachen

Dermatophyten werden durch Schmierinfektion übertragen und zwar entweder durch den direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen oder durch den Kontakt mit Gegenständen, die kontaminiert sind.

Bei Infektionen mit Schimmelpilzen oder Hefepilzen werden die Sporen meistens eingeatmet. Ebenso können Lebensmittel kontaminiert sein. Candida albicans ist ein Hefepilz, der unter anderem im Darm vorkommt und dort oftmals durch eine gestörte Darmflora überhandnimmt und eine Infektion auslösen kann.

Es gibt somit Risikofaktoren für Mykosen. Ein hohes Risiko tragen Personen, deren Abwehrsystem geschwächt ist sowie schwer kranke oder chronisch kranke Menschen. Auch starkes Übergewicht kann das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen.

Unabhängig von Krankheiten und zu schwachem Abwehrsystem gibt es noch folgende Risikofaktoren:

  • Manche Medikamente können eine Mykose fördern. Zum Beispiel können Antibiotika zu einer starken Vermehrung von Candida albicans führen und somit eine Mykose auslösen.
  • Durch starkes Schwitzen kann ein saures und feuchtes Hautklima verursacht werden und solch ein Milieu kann einen Pilzbefall fördern.
  • In Schwimmbädern oder in der Sauna ist das Risiko der Übertragung höher.
  • Auch kann eine genetische Veranlagung für Mykosen vorhanden sein.

Symptome

Die Symptome sind ganz unterschiedlich und hängen davon ab, ob eine systemische oder oberflächliche Mykose vorliegt. Da systemische Pilzinfektionen seltener vorkommen, werden an dieser Stelle die Symptome der beiden oberflächlichen Mykosen erläutert, die am häufigsten auftreten:

Symptome bei Fußpilz (Tinea manum)

Ein Befall zeigt sich fast immer zuerst in den Zehenzwischenräumen, denn dort herrscht ein ideales Klima für die Pilze vor:

  • Die Haut an diesen Stellen weicht auf
  • Rötung der Haut
  • Brennen und Jucken der Haut
  • Oft schuppt sich die Haut oder reißt ein
  • Blasen oder Pusteln, die sich manchmal entzünden
  • Die Haut hat einen unangenehmen Geruch

Aufgrund der Hautveränderungen haben es Bakterien einfach einzudringen. Dadurch kann unter anderem eine Wundrose verursacht werden.

Die Pilzinfektion breitet sich oftmals von den Zehenzwischenräumen zur Fußsohle aus. Manchmal wird auch der Fußrücken befallen oder er befällt die Nägel und ruft eine Nagelpilzinfektion hervor.

Hinweis: Bei einer Pilzinfektion der Hände (Tinea manuum) werden die gleichen Symptome hervorgerufen und die Mykose kann einen Nagelpilz verursachen.

Symptome beim Scheidenpilz (Vaginalmykose)

Bei der Vaginalmykose liegt eine Infektion mit Candida albicans vor. Dieser Hefepilz vermehrt sich dann, wenn die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Vaginalmykose zeigt sich an folgenden  Symptomen:

  • Gelblich oder weißer Ausfluss, der zu Beginn der Infektion schmierig ist und später eine krümelige Konsistenz aufweist
  • Starker Juckreiz im Genitalbereich
  • Brennen in der Scheide oder im äußeren Genitalbereich
  • Im Intimbereich kann es zu Rötungen und Schwellungen kommen
  • Ebenso kann das Wasserlassen oder der Geschlechtsverkehr schmerzhaft sein

Diagnose

Zur Diagnostik einer Pilzinfektion gehören die Anamnese und eine körperliche Untersuchung. Zudem wird mittels Nativpräparat eine kleine Probe von der betroffenen Körperstelle genommen und unter dem Mikroskop betrachtet. Dadurch kann der Arzt zwar das Vorhandensein eines Pilzes erkennen, aber um den genauen Erreger festzustellen, muss eine Pilzkultur angelegt werden. Wenn die Pilzkultur ausreichend gewachsen ist, lässt sich die Pilzgattung eindeutig bestimmen.

Behandlung

Für die Behandlung von Pilzinfektionen stehen Antimykotika zur Verfügung, die entweder wachstumshemmend oder abtötend wirken. Je nach Erreger wird ein topisches Antipilzmittel verschrieben, welches für die äußerliche Anwendung gedacht ist. Oder es wird für die innere Anwendung ein systemisches Antipilzmittel verordnet.

Scheidenpilz, Fußpilz und Nagelpilz werden mit topischen Antimykotika behandelt. Bei Fußpilz werden in der Regel entsprechende Cremes, Sprays oder Salben verschrieben, mit denen die betroffenen Stellen behandelt werden.  Manchmal werden auch systemische Antipilzmittel verordnet, wenn der Pilzbefall sehr massiv ist.

Für die Behandlung eines Scheidenpilzes stehen Antipilzmittel in Form von Vaginalcremes, Scheidentabletten oder Scheidenzäpfchen zur Verfügung.

Für die Behandlung einer Pilzinfektion im Körperinnern (z.B. im Darm) wird ein Antipilzmittel oral eingenommen und dieses verbreitet sich über die Blutbahnen. Ebenso können systemische Antimykotika intravenös verabreicht werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Das Risiko, an einer Pilzinfektion zu erkranken, lässt sich mit einigen Maßnahmen reduzieren:

Übertragungswege kennenlernen und vor Ansteckung schützen

Wer sich darüber informiert, wie die jeweiligen Pilzgattungen übertragen werden, kann sich wirkungsvoller vor einer Infizierung schützen. Zum Beispiel mögen Pilze ein feucht-warmes Klima und dieses herrscht in öffentlichen Schwimmbändern und Saunen vor. An diesen Orten kann sich leicht über den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen infiziert werden. Es ist empfehlenswert, dort nicht barfuß zu gehen, sondern Badeschlappen zu tragen – auch unter der Dusche.

Immunsystem stärken

Pilze gehören zur natürlichen Flora der Haut, des Darms und der Schleimhäute. Eine massive Ausbreitung der Pilze geschieht bei einer Erkrankung oder wenn das Immunsystem zu schwach ist. Mit einigen Verhaltensweisen kann das körpereigene Immunsystem gestärkt werden:

  • Wichtig ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, die möglichst wenig Zucker und Weißmehlprodukte enthält. Von Zucker ernähren sich manche Pilzarten, beispielsweise der Candida albicans. Zudem wandelt der Körper Kohlenhydrate in Zucker um, sodass auf die Menge der Kohlenhydrate geachtet werden sollte.
  • Für den gesamten Organismus inklusiv des Abwehrsystems ist regelmäßige Bewegung wichtig. Bestenfalls findet die Bewegung an der frischen Luft statt.

Gesunde Körperpflege

Wie bereits beschrieben mögen Pilze ein feuchtes und warmes Milieu und das finden sie vor allem in den Zehenzwischenräumen, unter den Achseln und im Leistenbereich. Nach dem Baden oder Duschen sollte somit der Körper gründlich abgetrocknet werden.

Zu trockene Haut stellt ebenfalls ein Risiko dar, denn durch die feinen Risse in der Haut können Erreger eindringen. Wer zu trockener Haut neigt, sollte eine fettende oder feuchtigkeitsspendende Lotion verwenden. Trockene Haut kann zudem entstehen, wenn man zu wenig trinkt.

Körperpflege ist wichtig, aber man sollte es auch nicht übertreiben, denn eine zu intensive und zu häufige Reinigung bringt die natürliche Flora aus dem Gleichgewicht.

Luftdurchlässige und atmungsaktive Kleidung

Bei der Kleiderwahl sollte darauf geachtet werden, dass sie genügend Luft durchlässt und atmungsaktiv ist. Die ist besonders zu empfehlen, wenn man zum Schwitzen neigt. Dies gilt ebenso für die Schuhe, denn luftundurchlässiges Material führt zu Schweißfüßen, womit ein für Pilze hervorragendes Klima geschaffen wird.

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