Schmerzen beim Stuhlgang sind ein Tabuthema, obwohl diese Beschwerden nicht selten vorkommen. Oft leiden die Betroffenen an chronischer Verstopfung. Doch auch andere Ursachen können zu den sogenannten Defäkationsschmerzen führen.

Schmerzen beim StuhlgangWissenswertes

Über den Stuhl wird in der Regel nicht gesprochen oder erst dann, wenn Schmerzen beim Stuhlgang auftreten. Der Stuhl enthält unverdauliche Nahrungsreste sowie Darmbakterien, Schleim und abgestoßene Darmschleimhaut. Zu einem großen Teil besteht der Stuhl zudem aus Wasser. Die Konsistenz sowie die Farbe sagen bereits viel über den Zustand des Stuhls aus.

Ein normaler Stuhl ist weich bis mittelhart. Hat er eine breiige bis flüssige Konsistenz, spricht man von Durchfall. Dann verliert der Körper viel Wasser und der Betroffene sollte genügend trinken.

Schmerzen treten meist dann auf, wenn der Stuhl trocken und sehr hart ist. Der Stuhlgang ist in dem Fall schwer auszuscheiden. Oft fehlen dem Körper Flüssigkeit. Verstopfung kann Analfissuren verursachen. Das sind kleine Risse in der After- und Darmschleimschaut. Durch diese Analfissuren treten stechende und brennende Schmerzen beim Stuhlgang auf.

Auch an der Farbe des Stuhls lässt sich erkennen, ob eventuell eine Krankheit vorliegt. Normalerweise ist ein gesunder Stuhl braun. Eine grünliche Farbe kann entstehen, wenn viel Gemüse verzehrt wurde. Grünlicher Durchfall dagegen kann auf eine Darminfektion hinweisen.

Verschiedene Medikamente können den Stuhl schwarzbraun färben. Bei dieser Stuhlfärbung ist es jedoch ebenso möglich, dass im oberen Magen-Darm-Bereich Blutungen bestehen.

Roter Stuhl kann durch Lebensmittelfarbe oder Rote Beete entstehen. Es kann sich aber auch um Blut handeln, sodass eine ernste Erkrankung hinter der roten Stuhlfarbe stecken kann.

Bei weißem Stuhl mangelt es an Verdauungssäften und meistens wird dies durch ein Gallenproblem verursacht.

Eine Gelbfärbung ist durch Antibiotika oder verschiedene Lebensmittel möglich. Ist der gelbe Stuhl zudem glänzend und schmierig, ist von Fettstuhl die Rede: Ein Hinweis auf Gallensteine, eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten oder auf ein Bauchspeicheldrüsenproblem.

Ursachen

Meistens liegt die Ursache für Schmerzen beim Stuhlgang in einer Verstopfung. Die Betroffenen müssen mitunter extrem pressen, um den sehr harten Stuhl ausscheiden zu können. Dies kann Analfissuren nach sich ziehen. Außerdem können chronische Verstopfungen zu Hämorrhoiden führen, die ebenfalls Schmerzen beim Stuhlgang verursachen.

Weitere Ursachen für Schmerzen beim Stuhlgang:

  • Analvenenthrombose

Aufgrund eines venösen Blutgerinnsels kommt es im Afterbereich zu einer schmerzhaften Schwellung. Anders als bei Hämorrhoiden liegen die tastbaren Knoten unmittelbar am Darmausgang und sind somit sichtbar (Hämorrhoiden sind nur dann äußerlich sichtbar, wenn sie sich im fortgeschrittenen Stadium befinden). Die Schmerzen bei einer Analvenenthrombose treten nicht nur beim Stuhlgang auf, sondern ebenso beim Sitzen. Diese Knoten am Anusrand werden unter anderem durch Übergewicht und chronische Verstopfung verursacht.

  • Analfissur

Wie oben beschrieben handelt es sich bei Analfissuren um kleine Risse in der Darmschleimhaut. Diese sind von Schmerzen beim Stuhlgang begleitet. Zudem sind Blutauflagerungen sichtbar.

  • Durchfall

Die Afterschleimhaut kann durch zu weichen und häufigen Stuhl gereizt werden. Dadurch kann sie rissig werden und sich entzünden. Eine gereizte Schleimhaut ist mit brennenden Schmerzen beim Stuhlgang verbunden.

  • Analekzem

Bei einem Analekzem treten Schmerzen im Stuhlgang sowie ein starker Juckreiz und eine Hautrötung am After auf.

  • Analabszesse

Analabszesse sind eitrige, in Gewebe abgekapselte Entzündungen. Diese führen zu starken Schmerzen beim Stuhlgang.

  • Analfisteln

Analfisteln sind schlauchförmige, entzündlich veränderte Gänge. Diese können eine Folge von Analabszessen sein. Auch bei Morbus Crohn oder anderen chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten können sich Analfisteln entwickeln. Die Schmerzen beim Stuhlgang werden als stark empfunden.

  • Krebs

Auch Enddarmkrebs, Analkrebs oder andere Krebsarten können von Schmerzen beim Stuhlgang begleitet sein.

  • Geschlechtskrankheiten

Schmerzen beim Stuhlgang können ein Symptom von Feigwarzen, Syphilis und anderen Geschlechtskrankheiten sein.

Schmerzen beim Stuhlgang in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft verlangsamt sich die Verdauung, sodass der Nahrungsbrei länger im Darm bleibt. Dadurch werden genügend Nährstoffe für die Mutter und das ungeborene Kind gewonnen. Oft enthält der Stuhl weniger Wasser und hat somit eine härtere Konsistenz. Die Folge ist eine Verstopfung, sodass Schmerzen beim Stuhlgang durch das starke Pressen entstehen können.

Der wachsende Bauch führt außerdem zu einem höheren Druck auf den Analbereich. Die Blutgefäße werden hormonell bedingt erweitert. Diese Fakten plus Verstopfung und damit verbundenes Pressen kann Hämorrhoiden verursachen.

Schmerzen beim Stuhlgang nach der Geburt

Manchmal kann sich nach der Geburt eine Analthrombose entwickeln. Während der Geburt kann aufgrund des hohen Drucks eine den Anus umgebende Vene platzen. Folglich tritt Blut in das Gewebe und es bildet sich ein Blutgerinnsel, das mit Schmerzen verbunden ist.

Diagnose

Bleiben die Schmerzen beim Stuhlgang länger bestehen, treten sie häufiger auf oder sind von weiteren Beschwerden wie Blut im Stuhl begleitet, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Die Untersuchung beginnt mit einer Anamnese, wobei der Arzt unter anderem wissen möchte, wie lange die Beschwerden bereits bestehen, wie häufig der Patient Stuhlgang hat und wie die Konsistenz des Stuhls ist. Außerdem wird gefragt, ob es weitere Beschwerden gibt wie Juckreiz am After oder Blutablagerungen im Stuhl.

Nach der Patientenbefragung erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei muss der Patient sich auf die Seite legen, damit der Arzt den Analbereich kontrollieren kann. Hierbei wird zunächst überprüft, ob Entzündungen, Risse oder Hämorrhoiden sichtbar sind. Um Veränderungen im Mastdarm feststellen zu können, wird eine rektal-digitale Untersuchung durchgeführt. Dabei wird der Darm mit dem Finger ertastet. Zudem schaut der Arzt mittels Proktoskop in den Analkanal.

Je nachdem welche Ursache der Arzt vermutet, werden weitere Untersuchungen veranlasst, wie zum Beispiel eine Darmspiegelung, eine Gewebeprobeentnahme, ein Abstrich der Analschleimhaut oder eine Endoskopie des Mastdarms.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache für die Schmerzen beim Stuhlgang:

  • Bei Verstopfung kann der Betroffene oft selbst Maßnahmen zur Besserung ergreifen. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sowie Ballaststoffe. Bei manchen Betroffenen werden Abführmittel oder Prokinetika notwendig. Die Einnahme solcher Medikamente sollte immer in Absprache mit dem Arzt geschehen!
  • Zur Schmerzlinderung können Einläufe, Zäpfchen oder Salben beitragen. Diese Mittel enthalten Stoffe, die schmerzstillend, entzündungshemmend und juckreizhemmend wirken. Ebenso können Sitzbäder mit Teebaumöl oder Kamille durchgeführt werden.
  • Bei Hämorrhoiden kann mitunter ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Dabei werden die Knoten entweder operativ entfernt, abgebunden oder verödet.
  • Auch ein Analabszess muss operativ entfernt werden, da er ansonsten eine Blutvergiftung auslösen kann.
  • Enddarmkrebs, Analkrebs oder andere Tumore im Darm- oder Analbereich benötigen eine spezielle Therapie

Prävention

Um Schmerzen beim Stuhlgang vorzubeugen, sollte darauf geachtet werden, dass der Stuhl eine gesunde Konsistenz behält. Dies ist mit ausreichender Bewegung und einer ballaststoffreichen, ausgewogenen Ernährung möglich.

Außerdem sollten täglich mindestens 1,5 Liter getrunken werden.

Leinsamen, Gemüse, Trockenobst, frisches Obst, Vollkornprodukte – diese und andere Ballaststoffe regen die Darmbewegung an und sorgen für eine weiche bis mittelharte Konsistenz des Stuhls. Rohkost kann den Darm belasten. Deshalb sollte Gemüse besser kurz blanchiert oder angedünstet werden. Die Vitamine bleiben dadurch enthalten. Der Darm kann blanchiertes oder gedünstetes Gemüse besser verdauen als Gemüse in roher Form.

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