Nahezu jede Frau kennt das Problem. Periodenschmerzen sorgen einmal im Monat dafür, dass sie sich unwohl fühlen, die schlechte Laune überhandnimmt und regelrechte „Fressattacken“ von Übelkeitsgefühlen abgelöst werden.

Was früher noch unter Jugendlichen als eine fantasievolle Ausrede galt, um nicht am Sportunterricht teilnehmen zu müssen, spielt heute auch in Medizinerkreisen eine größere Rolle. Sobald die Schmerzen während der Periode hier ein -gerade noch- erträgliches Maß überschreiten und zur Qual werden, ist hier die Rede von „Dysmenorrhea“. Der Alltag der betroffenen Frauen und Mädchen ist hier maßgeblich eingeschränkt. Doch was bedeutet diese Krankheit, von der eine von fünf Frauen betroffen ist, überhaupt?

Frau mit DysmenorrheaZwischen Bagatellisierung und Behandlung

Die Schmerzen, die die Betroffenen im Rahmen einer akuten Dysmenorrhea verspürten, wurden über einen langen Zeitraum hin, auch von wissenschaftlicher Seite aus, bagatellisiert. So waren einige Forscher der Meinung, die Einnahme von Ibuprofen „müsse genügen“. Das dem nicht so ist, beweisen Aussagen von Betroffenen, die die Beschwerden mit der Heftigkeit einer Herzattacke vergleichen.

Besonders erschütternd ist hier der Erfahrungsbericht einer jungen Frau, die erklärt, sie habe in der Zeit ihrer Periode teilweise nicht aufstehen können, habe sich vor Schmerzen gekrümmt. Schon früh habe sie vermutet, dass die Schmerzen in Verbindung zu ihren monatlichen Blutungen stünden. Der behandelnde Arzt habe jedoch immer abgewiegelt, von Nervenbeschwerden und ähnlichem gesprochen und keine Abhängigkeit zwischen Periode und Schmerzen gesehen.

Ihr Gynäkologe gab ihr schließlich den Rat, die Pille konsequent durchzunehmen und so das Einsetzen der Periode zu vermeiden. Auf mögliche Risiken angesprochen, sagte der Arzt, dass die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, mit der durchgängigen Einnahme der Pille ansteige. Dies sei aber genaugenommen unerheblich, da ohnehin jede achte Frau in ihrem Leben mit Brustkrebs konfrontiert werde.

Die junge Frau befindet sich laut eigener Aussage immer noch auf der Suche nach dem Grund für ihre extremen Schmerzen, hat jedoch auch herausgefunden, dass sie nicht die einzige mit diesen Symptomen ist. Viele Patientinnen leiden unter ähnlichen Beschwerden, für die Ärzte oftmals keine Erklärung finden oder diese generell nicht ernst nehmen.

Dysmenorrhea oder Endometriose?

Es gibt für starke Periodenschmerzen zwei wesentliche Ursachen: Dysmenorrhea und Endometriose. Im ersten Fall handelt es sich um Beschwerden, für die es keine medizinische Erklärung gibt und von denen Frauen ab dem Tag ihrer ersten Periode betroffen sind. Die Grenzen zwischen den beiden Krankheitsbildern sind jedoch fließend. Viele Frauen leiden entsprechend unter einer nicht-diagnostizierten Endometriose. Oft dauert es Jahre, um hier eine verlässliche Einteilung treffen zu können.

Zu wenig Forschungsarbeit?

Verglichen mit der hohen Anzahl der Frauen, die von starken Schmerzen betroffen sind, ist die Forschungsarbeit in diesem Bereich als vergleichsweise gering einzustufen. In den meisten Fällen konzentrieren sich die Betroffenen auf die Einnahme von Ibuprofen und der Pille als Verhütungsmittel, die die monatlichen Blutungen ein wenig reduzieren soll.

Die Studien, die mit Hinblick auf Endometriose durchgeführt werden, sind jedoch in der Überzahl. Diese Tatsache lässt sich vor allem damit begründen, dass Endometriose auch die Fruchtbarkeit beeinflusst. Dennoch: für beide Krankheiten gilt, dass sich die Wissenschaftler uneinig über die Auslöser und die besten Behandlungsmöglichkeiten sind. So konnte unter anderem in der Vergangenheit bewiesen werden, dass sogar Viagra den betroffenen Frauen gegen die Beschwerden bei Dysmenorrhea helfen kann. Doch bevor dieses Mittel zum Einsatz kommt, muss noch mehr Forschungsarbeit geleistet werden. Hier kommt es unter anderem auf die richtige Dosierung und die Art und Dauer der Einnahme an.

Das Problem scheint hier jedoch für viele Wissenschaftler zu sein, dass das Interesse an der Heilung dieser Krankheit gesellschaftlich nicht besonders hoch ist. Sie appellieren daher an die betroffenen Frauen, nicht zu schweigen, sondern auf öffentlich auf ihr Problem aufmerksam zu machen.

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