Ein Wirbelkörperbruch kann nur durch Gewalteinwirkung, zum Beispiel beim Sport oder beim Autounfall, entstehen – es sei denn, die Knochenstruktur ist bereits vorgeschädigt. Bei Krebs, rheumatischen Erkrankungen oder bei Osteoporose kann eine Knochenfraktur ohne Gewalteinwirkung entstehen.

Von einer Wirbelkörperfraktur können verschiedene Stellen oder Wirbelteile betroffen sein. Häufig treten diese Brüche aber zwischen Lenden- und Brustwirbelsäule auf, da die Wirbelsäule an dieser Stelle empfindlicher ist. Ist ein Wirbelbruch an der Halswirbelsäule entstanden, betrifft es meistens die Wirbel im unteren Bereich.

Bei etwa zehn Prozent kommt es zu Nervenschäden. In diesen Fällen ist eine Querschnittslähmung möglich.

Ursachen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für eine Wirbelkörperfraktur, wobei folgende die häufigsten Gründe sind:

  • Verkehrsunfälle
  • Unfälle beim Sport
  • Stürze
  • Sprünge in niedriges Wasser
  • Arbeitsunfälle
  • Unfälle im Haushalt
  • Körpergewalt

Bei einer bereits geschädigten Knochenstruktur kommen noch andere Ursachen für einen Wirbelkörperbruch in Frage:

  • Osteoporose
  • Knochenkrebs
  • Metastasen am Skelett
  • Osteitis (Knochenentzündung)
  • Rheumatische Krankheiten
  • Osteomalazie (Knochenerweichung)

Hierbei können die Wirbelkörper ohne Unfälle oder Gewalteinwirkungen brechen. Bei vorgeschädigten Knochenstrukturen reicht manchmal bereits eine normale Belastung im Alltag aus.

Symptome

Eine Wirbelkörperfraktur macht sich meistens mit einem plötzlich auftretenden Rückenschmerz bemerkbar. Die Schmerzen werden bei Bewegung stärker und reduzieren sich, wenn sich der Betroffene ruhig verhält. Ist ein Wirbelkörper der Halswirbelsäule gebrochen, kann der Kopf nur noch eingeschränkt bewegt werden und die Betroffenen nehmen eine Zwangshaltung des Kopfes ein. Zudem können Abschürfungen, Blutergüsse und Fehlstellungen auf einen Wirbelkörperbruch hindeuten.

Bei einer Wirbelkörperfraktur können Nerven oder das Rückenmark verletzt sein. Dann kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Muskelschwäche, die sich bis zur Lähmung ausweiten kann
  • Inkontinenz
  • Gefühlsstörungen

Im schlimmsten Fall kann ein solcher Wirbelkörperbruch zur Querschnittslähmung führen.

Bei einer bereits geschädigten Knochenstruktur wird das Hauptsymptom – der Rückenschmerz – oftmals nicht als Anzeichen eines Wirbelkörperbruches erkannt, da die Betroffenen häufig unter Rückenschmerzen leiden. Deshalb sollte vom Arzt abgeklärt werden lassen, ob die stärkeren oder neu auftretenden Rückenschmerzen eventuell ein Symptom einer Wirbelkörperfraktur sind.

Diagnose

Besteht ein Verdacht auf einen Wirbelkörperbruch, erfolgt zunächst eine Anamnese. Anschließend wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, bei der es um die Überprüfung der Nervenfunktion geht. Ein erster Hinweis auf eine Wirbelkörperfraktur sind Kompressions-, Klopf- oder Druckschmerzen, die während der Untersuchung an einem Punkt der Wirbelsäule auftreten.

Damit die Diagnose gesichert werden kann, folgt auf die körperliche Untersuchung eine Röntgenuntersuchung. Bei Funktionsaufnahmen wird der verletzte Abschnitt der Wirbelsäule in unterschiedlichen Positionen geröntgt. Auf diese Weise sind eventuelle Instabilitäten erkennbar.

Ist der Patient bewusstlos, wird die komplette Wirbelsäule geröntgt.

Sollte ein Wirbelkörperbruch diagnostiziert werden muss der Rückenmarkskanal genauer untersucht werden, denn es kann zu einer Einengung des Kanals durch die Wirbelkörperfraktur kommen. Dies lässt sich mit einer Computertomographie feststellen.

Ebenfalls kann eine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden, womit sich die Bänder, Bandscheiben und das Rückenmark beurteilen lassen.

Behandlung

Ziele der Behandlung einer Wirbelkörperfraktur sind es, die Schmerzen zu beseitigen und die verletzten Knochenstrukturen zu heilen. Zudem soll die Wirbelsäule vor weiteren Verletzungen geschützt und eventuelle Fehlstellungen korrigiert werden.

Entstand der Wirbelkörperbruch durch eine Erkrankung, bezieht sich die Therapie auch auf diese Krankheit.

Am Unfallort wird dem Betroffenen bei Verdacht auf eine Verletzung der Halswirbelsäule direkt eine Halswirbelstütze angelegt. Ist das Rückenmark verletzt, wird als Sofortmaßnahme Kortison verabreicht.

Bei einer einfachen Fraktur reicht oftmals ein Kunststoff-  oder Gipskorsett zur Behandlung aus. Schmerzmittel und einige Tage Bettruhe reichen in den meisten Fällen aus, wenn sich die Wirbelkörperfraktur im Bereich der Lenden- oder Brustwirbelsäule befindet.

Zusätzlich gehören Maßnahmen zur Rehabilitation zur Therapie eines Wirbelkörperbruches. Dies können unter anderem Krankengymnastik, Übungen für eine korrekte Körperhaltung oder Atemübungen sein.

Wichtig

Ein operativer Eingriff wird dann erforderlich, wenn die Gefahr besteht, dass das Rückenmark durch die Fraktur verletzt werden könnte. Weitere Gründe für eine Operation sind starke Fehlstellungen oder wenn die Wirbelsäule von dem gebrochenen Wirbel nicht mehr getragen werden kann.

Verlauf

Der Verlauf ist zum einen vom Verletzungsausmaß abhängig und zum anderen  spielt die Stelle des Wirbelbruchs eine Rolle für die Dauer der Behandlung  und den Verlauf.  So kann es zu einer Verengung des Rückenmarkkanals kommen und ebenso können im Laufe der Jahre benachbarte Strukturen der Wirbelsäule überlastet sein, sodass eventuell an diesen Stellen Probleme auftauchen. Selbst mit einer Operation lässt es sich nicht immer verhindern, dass es mit der Zeit zu einer Instabilität oder Fehlstellung kommt.

In der Regel ist ein Bruch nach sechs bis acht Wochen ausgeheilt. Doch dies hängt wiederum von Faktoren wie Ausmaß der Verletzung, Alter und eventuelle Vorerkrankung ab. Bei Osteoporose ist das Risiko einer Fraktur aufgrund der veränderten Knochenstruktur generell hoch. Der Heilungsprozess verläuft bei Osteoporose langsamer. Musste operativ behandelt werden und der Bruch mit Platten oder Schrauben stabilisiert werden, kann es vor allem bei Osteoporose passieren, dass sich Platten oder Schrauben lockern.

Die Heilungsdauer wird durch Faktoren wie Bettruhe, Schonung, Reha und Physiotherapie begünstigt. Um Bewegungen zu verhindern, die schädlich sein könnten, empfiehlt sich das Tragen eines Korsetts.

Die Physiotherapie ist sehr wichtig, da die Muskeln aufgebaut werden: Starke Rückenmuskeln entlasten den betroffenen Wirbel. Mit der Physiotherapie wird aber erst begonnen, wenn die Heilung des Knochens abgeschlossen ist. Andernfalls ist die Gefahr vorhanden, dass der Bruch erneut einreißt.

Einige Faktoren führen zu einer Verlängerung des Heilprozesses:

  • Ungenügende Schonung
  • Abszesse oder Entzündungen
  • Alter (zum Beispiel funktioniert die Neubildung der Knochenzellen bei jungen Menschen wesentlich besser als bei älteren Patienten)
  • Osteoporose

Nimmt man Östrogene ein oder besteht ein Calciummangel, führt dies zu einer verminderten Knochendichte. In diesen Fällen dauert der Heilungsprozess einer Wirbelkörperfraktur ebenfalls länger.

Wirbelkörperfraktur vorbeugen

Das Risiko eines Wirbelkörperbruchs lässt sich zumindest reduzieren, beispielsweise durch ein besonnenes Verhalten bei sportlichen Aktivitäten sowie durch das Einhalten von Sicherheitsmaßnahmen im Straßenverkehr (Airbags, Anschnallgurte u.ä.).

Es sollte natürlich nicht komplett auf Sport verzichtet werden, denn regelmäßige Bewegung fördert die Gesundheit und kann auch aufgrund gestärkter Knochen ein Schutz vor Brüchen sein.

Für Betroffene einer der Grunderkrankungen ist eine frühzeitige Behandlung dieser Krankheit wichtig, um Wirbelkörperfrakturen vorzubeugen.

Folgeschäden vorbeugen

Während der Heilungsphase eines Wirbelkörperbruches sollten extreme Belastungen und Bewegungen vermieden werden, um Folgeschäden vorzubeugen. Nach der vollständigen Ausheilung der Wirbelknochen sind spezielle Vorsichtsmaßnahmen in der Regel nicht mehr notwendig.

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